„So eine schöne kleine Libelle!“ sagte er; „das ist ein prächtiger Leckerbissen für meine Kleinen!“

Und wupps! packte er die Libelle mit dem Schnabel und flog mit ihr fort.

„Da haben wir die Geschichte!“ rief die Seerose, und ihre Blätter zitterten vor Entsetzen. „Diese Tiere, o diese Tiere! Das sind lächerliche Geschöpfe. Da lobe ich mir doch wirklich mein stilles, friedliches Dasein. Ich tue keinem etwas zuleide, und keiner tut mir etwas. Wie bin ich doch so glück...“

Ehe sie aussprechen konnte, glitt ein Boot dicht an ihr vorüber.

„Ei, was für eine schöne kleine Seerose!“ rief Ellen, die im Boote saß, „die muß ich haben.“

Sie beugte sich über den Rand des Bootes und riß die Blüte mit einem Ruck los. Als sie nach Hause gekommen war, setzte sie sie in ein Glas Wasser, und da stand sie drei Tage lang zwischen anderen Blumen.

„Das verstehe ich nicht!“ sagte die Seerose am vierten Morgen. „Es ist mir ja um kein Haar besser ergangen als der armen Libelle.“

„Nun sind die Blumen verwelkt,“ sagte Ellen und warf sie zum Fenster hinaus.

Da lag die Seerose mit ihren feinen, weißen Blättern an der schmutzigen Erde.