„Uns mäht keiner, und keiner fährt uns in die Scheune,“ sagte der Löwenzahn und schüttelte den Kopf, aber ganz vorsichtig, damit die Samen nicht zu zeitig herausfallen sollten. „Was soll nur aus allen unseren Kindern werden?“

„Mir wird ganz schlimm zumute, wenn ich daran denke,“ seufzte der Mohn. „Hier steh’ ich mit vielen hundert Samen und weiß nicht, wohin damit.“

„Wir wollen den Roggen um Rat fragen!“ schlug die Klette vor.

Und sie fragten den Roggen, was sie tun sollten.

„Wenn man sein Schäfchen auf dem Trocknen hat, soll man sich nicht um fremde Angelegenheiten bekümmern,“ antwortete der Roggen. „Nur eins möcht’ ich euch raten: Werft mir ja eure dummen Samen nicht aufs Feld, denn dann bekommt ihr’s mit mir zu tun!“

Dieser Rat konnte nun den wilden Blumen nicht viel nützen; und den lieben langen Tag grübelten sie darüber nach, was sie tun sollten. Als die Sonne unterging, schlossen sie sich und schliefen ein; aber die ganze Nacht träumten sie von ihren Samen, und am nächsten Morgen hatten sie Rat gefunden.

Der Mohn wachte zuerst auf.

Vorsichtig tat er ein paar von seinen obersten Klappen auf, so daß die Sonne gerade auf die Samen scheinen konnte. Dann rief er den Morgenwind an, der spielend die Hecke entlanglief.

„Lieber Wind!“ bat er freundlich, „willst du mir einen Gefallen tun?“

„Gewiß,“ antwortete der Wind, „es ist mir ganz lieb, wenn ich etwas zu tun bekomme.“