„Es ist ja nur eine Kleinigkeit,“ sagte der Mohn. „Ich möcht’ dich nur bitten, mich ordentlich zu schütteln und zu zausen, damit meine Samen weithin zerstreut werden.“

„Gern,“ erwiderte der Wind.

Und nach allen Seiten flogen die Mohnsamen. Der Stengel wurde zwar geknickt; aber das nahm der Mohn sich nicht weiter zu Herzen. Denn wenn man gut für seine Kinder gesorgt hat, dann hat man eigentlich seine Pflicht und Schuldigkeit getan.

„Leb’ wohl!“ sagte der Wind und wollte weiter.

„Wart’ mal,“ rief der Mohn. „Versprich mir erst, daß du’s nicht den andern erzählen willst. Sonst könnten sie auf denselben Gedanken kommen, und meine Samen hätten nicht so viel Platz.“

„Ich bin stumm wie das Grab,“ erwiderte der Wind und eilte weiter.

„Pst! Pst!“ rief die Glockenblume. „Hast du vielleicht Zeit, mir einen ganz kleinen Gefallen zu tun?“

„Na, was ist es denn?“ fragte der Wind.

„Ach, ich wollte dich nur bitten, mich ein wenig zu schütteln. Ich habe ein paar von meinen Klappen aufgemacht und möcht’ so gern, daß meine Samen in die weite Welt kämen. Aber du darfst es nur ja nicht den andern erzählen, sonst könnten sie auch noch denselben Einfall haben.“

„Gewiß, gewiß!“ sagte der Wind lachend. „Ich werde nichts sagen.“