„Darf der Vogel nicht auch hierher kommen?“ fragte er.
„Jawohl, das darf er,“ erwiderte sie.
Und sie setzte das Bauer neben die Pelargonie; und als der Kanarienvogel die schöne rote Blume sah, da fing er an zu singen; denn auch er hatte die Empfindung, daß es jetzt Frühling sei.
Da lächelte der Junge ein ganz klein wenig. Die Mutter küßte ihn und ging in die Küche; denn sie mußte ja dafür sorgen, daß das Essen fertig war, wenn der Vater aus dem Kontor nach Hause kam. Und Vater kam nach Hause und ging zu seinem Jungen hinein. Dann aßen sie in der Stube nebenan. Der Junge hörte das Tellergeklapper und Messergeklirr. Er dachte daran, zu fragen, was sie zu Tisch hätten, gab es aber auf, weil er zu müde war, und weil es ihn auch gar nicht interessierte.
Dann wurde es Nachmittag, und der Doktor kam.
Er setzte sich auf die Bettkante und fragte den Jungen aus. Vater und Mutter standen mit betrübten Gesichtern daneben. Der Junge antwortete, so gut er konnte; aber auf viele Fragen wußte er nichts zu erwidern.
„Es geht ja recht gut,“ meinte der Doktor.
Das war durchaus nicht seine Ansicht, aber etwas mußte er ja sagen. Die Mutter seufzte und bekam nasse Augen.