Er verfaulte immer mehr, und fortwährend lösten sich große Stücke von ihm los, so daß er zuletzt eine ganz lächerliche Figur abgab.
„Du siehst aus wie ein S,“ sagte eine von den jungen Austern.
„Das bedeutet Schampanjer,“ sagte der Pfahl vergnügt. Denn er war recht einfältig und hatte nie buchstabieren gelernt.
Darüber lachten die jungen Austern so sehr, daß sie beinahe von dem Pfahl abgefallen wären; doch die alte Auster befahl ihnen zu schweigen.
„So etwas erlebt man so oft,“ sagte sie. „Das passiert alten Dienstboten in vornehmen Häusern recht häufig. Sie haben sich so in den Gedankengang der Herrschaft eingelebt, daß sie glauben, sie selbst gehörten mit zur Familie. Das ist komisch. Aber es liegt doch auch etwas Schönes und Rührendes darin.“
Da kam eines Tages im Oktober der Fischer auf dem Meeresgrunde dahergewandert, mit der Taucherglocke auf dem Kopfe.
„I, da haben wir sieben schöne Austern,“ rief er erfreut aus.
„Jetzt kommt der große Augenblick,“ sagte die alte Auster.
Und der Fischer zog sein Messer hervor und wollte sie losschaben. Aber als er die erste anrührte, zerbrach der Pfahl. Da warf er ihn mit allen Austern in seinen Korb.