Das leuchtete den anderen Vögeln ein, außer der Drossel, die meinte, es habe keine Eile. Man verabredete also, am nächsten Tage unten auf der Wiese zusammenzukommen, um Musterung unter den Reisegefährten zu halten.

Dann flogen sie auseinander, jeder seines Weges; aber oben unter dem Dache saß der Sperling, und der hatte gehört, wovon sie sprachen.

„Ach, wer doch mitreisen könnte!“ dachte er. „Ich möchte so gerne die fremden Länder sehen. Die Schwalbe, die gleich nebenan wohnt, hat mir erzählt, wie schön es da ist. Da gibt es eine Menge Fliegen und Kirschen und Getreide und solch wundervolle Wärme. Aber mich fordert niemand auf mitzufliegen. Ich bin nur ein armseliger Sperling; und die andern sind reiche, vornehme Vögel.“

Lange saß er so da und dachte über die Sache nach; und je mehr er nachdachte, desto betrübter wurde er. Als die Schwalbe am Abend nach Hause kam, bat der Sperling, ob er nicht mitreisen dürfe.

„Du? Du willst mit?“ rief die Schwalbe und lachte ihn höhnisch aus. „Die Reise würdest du bald satt bekommen! Es geht in fliegender Fahrt über Land und Meer und über Berg und Tal. Viele, viele Meilen fliegen wir ohne Unterbrechung, ohne uns auszuruhen. Wie kannst du glauben, daß deine kurzen Flügel dich so weit tragen können!“

„Ach, ich möchte so gerne mit!“ bat der Sperling. „Könntest du mir nicht die Erlaubnis verschaffen, daß ich mit den andern fliegen darf? Ich habe Ausdauer, und ich werde schon mitkommen.“

„Ich glaube, du bist verrückt,“ sagte die Schwalbe. „Du vergißt wohl, wer du bist.“

„O nein,“ erwiderte der Sperling.