„Mit dem Meer habe ich nichts zu schaffen,“ entgegnete der Strandhafer. „Ich halte mich nicht wie du einmal zu dieser und dann zu jener Seite. Ich gehöre dem Lande und nur dem Lande an.“

„Gut,“ sagten die Salzkräuter. „Du brauchst dich nicht so aufzuregen. Wenn wir nur hier bleiben dürfen!“

„Jeder sorge für sich selbst, und ein jeder hat seine Zeit,“ sagte der Strandhafer. „Jetzt ist die meine gekommen.“

Und das Gras wuchs. Ein Hügelchen hier und ein Hügelchen da. Immer mehr Ausläufer schossen mit fabelhafter Geschwindigkeit auf und faßten sofort Wurzel. Und bald wuchs das Gras hoch über die Salzkräuter weg und wuchs mitten zwischen ihnen und ringsum auf allen Seiten.

„Wir ersticken,“ schrien die Salzkrautpflanzen.

„Das ist der Lauf der Welt,“ sagte das Gras. „Wenn man seine Pflicht getan hat, so ist man eben fertig und muß dem nächsten Platz machen.“

„Meer! Meer! komm und hilf uns!“ riefen die Salzkräuter.

Aber das Meer war weit weg und hörte sie nicht. Nie mehr kam es zur Flutzeit bis dahin, wo das Gras stand. Es blieb weiter draußen, wo andere Salzkräuter standen, die Schlick sammelten.

Dann starben die alten Salzkräuter, sie verfaulten und düngten den Boden, wie der Tang es getan hatte. Und der Strandhafer breitete sich nach und nach über das ganze Land aus, das sich aus dem Meere erhoben hatte. Und mitten dazwischen kamen andere Pflanzen hervor.

Da wuchsen Strandnelken und Strandastern mit hohen Stielen und violetten Blüten; und die Bienen umsummten sie und sogen Honig aus ihnen. Da wuchs Meermilchkraut und Sandkraut und Meerstrandwegerich und noch manches andere.