„Wir sprachen soeben von den Menschen,“ berichtete der Cholerabazillus.
Da wälzte sich der Gärungsbazillus vor Freude und Wohlgefallen um seine Achse: „Ach, die lieben, lieben Menschen! Etwas Besonderes ist ja nicht an ihnen, aber sie sind wirklich nett zu mir! Sie sind meine allerbesten Freunde.“
„Leider kann ich mich keiner vornehmen Verbindungen rühmen,“ bemerkte der Tuberkelbazillus mit steifer Gebärde.
„Auch ich nicht,“ sagte der Diphtheriebazillus.
Und der Cholerabazillus erklärte: „Ihre Bemerkung verletzt uns. Wir haben soeben festgestellt, daß die Menschen unsre ärgsten Feinde sind.“
„Was soll die Feindschaft?“ entgegnete der Gärungsbazillus. „Wir wollen gemütlich sein. Sie können wirklich nicht verlangen, daß ich den Menschen zürnen soll, da sie doch so unvergleichlich gut zu mir sind. Sie züchten mich geradezu. Freilich haben sie sehr lange Zeit gebraucht, um mich zu entdecken. Aber niemand kann ja gegen seine Natur handeln; und man muß sich mit dem Verstande begnügen, den einem der liebe Gott gegeben hat. Als sie mich dann endlich gewahrten, da ging es im Ernst los, das dürfen Sie mir glauben. Jetzt können sie mich gar nicht mehr entbehren. Ich spiele die erste Geige in ihren Molkereien und Brauereien.“
Der Cholerabazillus, der Tuberkelbazillus und der Diphtheriebazillus sahen einander an.
„So!“ rief der Diphtheriebazillus. „Sie sollten also der einzige von allen Bazillen sein, den die Menschen lieben?“
„Auch mir kommt es so vor, als ob bei der Geschichte nicht alles stimmte,“ sagte der Tuberkelbazillus.
Und der Cholerabazillus meinte, die Äußerungen des fremden Herrn seien eines Bazillus gänzlich unwürdig.