„Ich bezweifle, daß der Herr wirklich ein Bazillus ist,“ sagte der Diphtheriebazillus.

„Mir ist er gleich verdächtig vorgekommen,“ sagte der Tuberkelbazillus.

„Er ist zu dick,“ erklärte der Cholerabazillus. „Er platzt fast vor Hochmut.“

„Platze ich, so werden zwei aus mir,“ sagte der Gärungsbazillus munter. „Zwei dicke. Es tut mir leid, daß die Herren böse auf mich sind. Aber ich kann wahrhaftig nichts daran ändern. Glücklicherweise ist meine Lebensführung derartig, daß die Menschen mich nötig haben. Ich gebe zu, daß mir das eine Sonderstellung unter den Kollegen verleiht; aber ich versichere Ihnen, daß ich mein Bazillenleben in völliger Übereinstimmung mit meiner Natur führe, ohne mich im geringsten nach den Menschen zu richten. Darum geht es mir gut. Ich rate den Herren, es ebenso zu machen; dann werden Sie sich viel besser fühlen. Wenn der hochgeehrte Cholerabazillus, der ausgezeichnete Diphtheriebazillus und der vortreffliche Tuberkelbazillus etwas gemütlicher sein möchten, so würden Sie sehen, wie Sie zu Ehren und Würden kämen.“

Da rückten die drei Bazillen, die zuerst gekommen waren, näher zusammen und sahen sehr gekränkt aus. Keiner von ihnen antwortete. Der Gärungsbazillus rollte herum, so rund er war, und lachte seelenvergnügt.

Dann verbeugte sich der Cholerabazillus vor dem Korkzieherartigen und sagte:

„Ich wünsche, Ihre Ansicht zu hören, mein Herr. Sie sind zusammen mit dem dicken Herrn dort gekommen. Aber Sie sehen aus wie ein Mann, der den nötigen Ernst besitzt.“

„Das will ich meinen,“ antwortete der Fäulnisbazillus.

„Vielleicht werden Sie uns nun die Ehre erweisen, sich über die Menschenfrage zu äußern?“ fragte der Cholerabazillus.

Der Fäulnisbazillus wand sich in außerordentlich gleichgültiger und überlegener Weise: