Die Erde hatte ihn längst mit Sehnsucht erwartet und getreulich ihre Umdrehungen um die Sonne gezählt. Sie hatte sich mit Veilchen geschmückt und mit den Blumen, mit denen sie im März sonst noch aufwarten konnte.

Und auf der Erde standen die Menschen mit ihren Fernrohren und hielten Ausschau nach dem Kometen, dessen Bahn sie sorgfältig berechnet hatten. Die Klugen freuten sich darauf, etwas Hübsches und Merkwürdiges zu sehen, und die Idioten lagen in ihren Betten und weinten vor Angst oder liefen in ihrer Furcht umher und berauschten sich und trieben allerhand Possen.

„Da ist der Komet!“ sagte derjenige der klugen Menschen, der auf dem höchsten Turme stand, das beste Fernrohr besaß und am meisten Verständnis für Kometenangelegenheiten hatte.

„Da ist der Komet!“ schrie der Mond. „Hurra! Nun wird es lustig!“

„Da ist der Komet!“ rief auch die Erde vergnügt.

Und als dann der Komet heransegelte, groß und leuchtend, mit seinem langen, dreiteiligen Schweif, da lüftete die Erde ihre Eiskapuze, so daß in den Meeren die Eisberge umherschwammen und es so grimmig kalt wurde, daß die Idioten vom Untergang der Welt felsenfest überzeugt waren und selbst die klugen Leute Bedenken äußerten.

„Guten Tag, guten Tag, Komet!“ rief die Erde. „Willkommen! Es freut mich, dich gesund und munter wiederzusehen.“

Doch der Komet blieb stumm. Die Erde bot ihm nochmals einen guten Tag, bekam aber wiederum keine Antwort. Da rief sie erstaunt: „Was zum Kuckuck fällt denn dem Kometen ein! Ist er so hochnäsig geworden, daß er noch nicht einmal einen alten Bekannten begrüßen will?“

„Er wird Sie wohl nicht bemerkt haben,“ sagte der boshafte Mond. „Bedenken Sie, wie klein Sie sind!“