Mit seinen weißen Kreidefelsen ragte das Land aus dem Meere empor.

Da oben wuchsen grüne Buchenwälder und Gräser und goldenes Getreide und tausend bunte Blumen. Die Vögel zwitscherten und die Hirsche sprangen. Die Bauern pflügten ihre Felder, und hart am Felsufer hatte ein vornehmer Herr sich ein Schloß erbaut, das mit Türmen und Türmchen und goldenen Wetterfahnen in die Lüfte ragte.

Darüber lag, hoch und blau, der Himmel. Und unten rollten die Wogen des Meeres.

„Ich kann machen, was ich will,“ rief das Meer. „Bin ich milde gestimmt, so lasse ich die kleinste Nußschale auf meinem Rücken tanzen; und es geschieht ihr nichts. Bin ich aber zornig, so zerschmettre ich das größte Schiff und sende es mit Mann und Maus auf meinen Grund hinab. Niemand ist über mir, niemand neben mir.“

Ich bin über dir,“ grollte der Himmel.

„Gott mag wissen, was für ein Geselle du eigentlich bist,“ sagte das Meer. „Du hängst da oben und blähst dich auf, aber bei genauerer Prüfung würde sich wohl herausstellen, daß du nur Humbug bist.“

„Ich spiegle mich ja in dir, so daß du sehen kannst, wer ich bin,“ erwiderte der Himmel.

„Das tust du, solange es mir paßt,“ sagte das Meer. „Kräusle ich mich aber nur ein wenig, so verwische ich dein Bild.“

„Von mir hast du deine blaue Färbung,“ entgegnete der Himmel.