„Pah,“ sagte das Meer. „Das magst du Kindern und Bauern vorreden. Ich habe meine eigne Farbe. Und ich habe viele Farben ringsum in der Welt, soweit ich meine Wellen rollen lasse. Die habe ich von den Tieren und Pflanzen, die in meinem Schoße wachsen.“
Da rief das Land: „Ich bin auch noch da, und ich bin doch zum mindesten deinesgleichen, wenn nicht noch mehr.“
Da schlug das Meer mit seinen Wellen gegen die Felsküste und riß ein kleines Stück von dem Kreidefelsen los.
„Du?“ drohte es. „Du bist mein Geschöpf und nicht ein bißchen mehr. So wie du dastehst mit all der Herrlichkeit, mit der du prahlst, bist du aus meinem Grunde emporgewachsen.“
„Du lügst,“ rief das Land.
„Wirklich?“ war die Antwort des Meeres. „Greif’ in deine Brust, und du wirst sehen, daß es wahr ist, was ich sage. Deine weiße Kreide ist voll von meinen Tieren, Schnecken, Muscheln und Korallen. Jede Handvoll deines Bodens zeigt, woher du stammst.“
„Ich mache mir nichts aus solchen alten Geschichten,“ sagte das Land. „Das ist schon so lange her, daß es jetzt nicht mehr wahr ist. Jetzt habe ich meine eigenen Pflanzen und meine eigenen Tiere, die hundertmal schöner sind als die deinen. Und ich denke, du läßt mich bleiben, was ich bin.“
„Das meinst du,“ sagte das Meer. „Aber daß du so dastehst, verdankst du meiner Gnade. Ich habe dich aufgebaut; und ich reiße dich wieder nieder, wenn ich Lust dazu habe. Ich mache, was ich will.“
„Komm, wenn du den Mut hast,“ rief das Land.
Das Meer lachte und zeigte seine weißen Zähne. Dann erfaßte es wieder ein kleines Stück Kreidefelsen und noch eins und noch eins.