„Viel Vergnügen!“ sagte das Land.

Und die Wälder und Gräser grünten, die Blumen dufteten, die Vögel zwitscherten, und die Hirsche sprangen, die Bauern pflügten ihren Acker, und das Schloß ragte mit seinen Türmen und Türmchen und goldenen Wetterfahnen in die Lüfte.

Jahr auf Jahr, Jahrhundert auf Jahrhundert verging; denn die Großen rechnen mit großen Zahlen. Das Meer umschäumte das Land und nahm ein Felsstückchen nach dem andern fort.

„Du wirst mir etwas zudringlich,“ sagte das Land.

„Ich mache, was ich will,“ entgegnete das Meer. „Und ich nehme nur, was mein ist.“

„Meine Spitze erreichst du nie,“ versicherte das Land.

Aber das Meer wogte und arbeitete, Tag auf Tag, Jahr auf Jahr, Jahrhundert auf Jahrhundert. Immer mehr Felsstücke rollten in seinen Schoß und wurden zerdrückt und fortgespült. Immer tiefer höhlte das Meer den Felsen aus. Im Keller des Schlosses hörte man bei richtigem Sturme schon das Getöse der See.

Und eines Nachts stürzte der Kreidefelsen mit der Burg und dem Walde zusammen.

Mit fürchterlichem Krachen fiel er ein, so daß niemand den Todesschrei der Menschen und Tiere hörte. Der Schaum spritzte hoch empor, während der Sturm sang und die Wogen erbrausten.

Drei Tage danach war das Meer still und blank. Nur die Hälfte des Felsens war übriggeblieben. Der Rest war zerschmettert, verschwunden, spurlos ausgelöscht von der Erde.