„Jetzt bist du da, wo du vorher warst,“ triumphierte das Meer. „Wir wollen einmal sehen, wie du dich aufführst; vielleicht erlaube ich dir, dich noch einmal zu erheben.“
„Du böses Meer,“ schalt der Felsen.
Doch das Meer blieb hart: „Ich mache, was ich will.“
*
Dem Felsen gegenüber, auf der andern Seite des Meeres, aber viele, viele Meilen weit entfernt, sah das Land ganz anders aus.
Es war flach, und ringsum grünten große Wiesen, auf denen die Kühe weideten. Viele Häuser gab es dort nicht; und die, die da waren, waren auf hohen Wällen, Steindämmen oder Pfahlwerken errichtet.
„Ich habe Furcht vor dem Meere,“ sagte der Bauer, „dem mächtigen, eigenwilligen Ungetüm, das da macht, was es will. Stets kann es kommen und mir meine Wiesen und Kühe wegspülen. Ich lebe von seiner Gnade und hoffe auf seine Barmherzigkeit.“
„Sieh da — das war wohlgesprochen,“ sagte das Meer. „Der Vernünftige weiß, wer der Stärkere ist.“
Und manchmal überspülte das Meer die Wiesen, um zu zeigen, daß es machen konnte, was es wollte. Der Bauer erbaute Deiche, um sich durch Schleusen zu schützen, damit das Meer wieder ablaufen konnte, wenn es hereingespült war.
„Bau’ du nur,“ höhnte das Meer, „ich spül’ über die Firlefanze da weg, sobald ich Lust habe.“