„Nein, die können weder hören noch sehen,“ sagte die Heuschrecke. „Und sie bilden sich obendrein ein, daß sie besser seien als wir. Mein Verlobter hat einen viel gröberen Ton. Seine Violine können sie hören.“
„Darf ich fragen, wo du dein Instrument hast?“ fragte die Schwalbe.
„Das sitzt hier,“ erwiderte die Heuschrecke und hob das Hinterbein. „Innen am Schenkel. Die niedlichste Violine, die du dir denken kannst. Nun streiche ich sie mit den Flügelrippen.“
„Höchst interessant,“ sagte die Schwalbe. „Und ein feines Gehör hast du, so viel steht fest.“
„Meine Ohren sitzen an meinen Vorderbeinen,“ fuhr die Heuschrecke fort.
„Hat man je so etwas gehört!“ rief die Schwalbe.
Da erklang eine andere Violine drüben im Grase.
„Verzeihung,“ sagte die Heuschrecke. „Das ist mein Bräutigam. Er ruft mich. Wir feiern heute Hochzeit.“
„Viel Glück!“ sagte die Schwalbe.
Aber die Heuschrecke hörte es nicht. Mit einem ungeheuren Satz war sie verschwunden.