„Der Bursche hat ordentliche Beine,“ dachte die Schwalbe. Dann blieb sie im Busche sitzen, denn sie wollte nach Norden, sobald es dunkel wurde und sie ihre Angelegenheiten in Afrika geordnet hatte.

Am Abend kehrte die Heuschrecke zurück.

„Das wäre erledigt,“ sagte sie.

„Darf ich dir Glück wünschen?“ fragte die Schwalbe.

„Nicht nötig,“ entgegnete die Heuschrecke. „Für mich und meinesgleichen ist die Hochzeit der Anfang vom Ende. Jetzt muß ich nur noch meine Eier legen, und dann sterbe ich.“

„Und was wird aus deinem Manne?“

„Er stirbt jedenfalls heute nacht, wenn er nicht schon zum Himmel gefahren ist.“

„Herr Gott,“ sagte die Schwalbe. „Andre Leute haben ein Nest mit Jungen darin und einen Mann, der einem etwas vorsingt, wenn man ...“

„Entschuldige, daß ich dich unterbreche,“ sagte die Heuschrecke. „Das ist das gewöhnliche Vogelgeschwätz, und ich mag es, offen gestanden, nicht hören. Du bist ja viel gereist und hast dich in der Welt umgesehen, darum meine ich, daß du nicht sentimental zu werden brauchst. Laß uns als welterfahrene Leute über die Sache reden! Der eine singt vor der Hochzeit, der andere nachher. Jeder hat seine Manier. Nur Dummköpfe glauben, daß die ihre die einzig richtige ist.“

Die Schwalbe sagte nichts. Die Heuschrecke aber fraß große Grashappen; und sobald sie sich vollgefressen hatte, spuckte sie alles wieder aus.