„Du issest nicht gerade hübsch,“ bemerkte die Schwalbe.

„Kommst du mir wieder damit?“ erwiderte die Heuschrecke. „Ich esse auf meine Art. All das Stroh ist nichts für meinen Magen. Ich sauge bloß den Saft heraus. Übrigens brauchst du wohl auch nicht alles, was du in dich hineinstopfst?“

„Nein, nein,“ gestand die Schwalbe. „Aber ich lasse es den andern Weg abgehen.“

„Hältst du das etwa für feiner?“ fragte die Heuschrecke lachend. „Aber ich will über diese Narrenspossen nicht mit dir streiten. Sag’ mir einmal ... du sitzest höher als ich ... Ist da viel Gras?“

„Soweit ich sehen kann, ist überall nur Gras und wieder Gras,“ sagte die Schwalbe. „Genug Futter für eine Million Heuschrecken.“

„Aber was hilft das?“ sagte die Heuschrecke mißmutig. „Wir haben es hier sehr schön warm; und falls es trocken bleibt, wenn die Jungen auskriechen, so bekommen wir ein gutes Heuschreckenjahr. Dann reicht das bißchen Gras nicht aus.“

„Wirklich?“ rief die Schwalbe. „Was macht ihr denn dann?“

„Dann wandern wir,“ entgegnete die Heuschrecke.

„Ja, springen kannst du ja,“ sagte die Schwalbe. „Das habe ich gesehen. Aber etwas Großes kann es doch nicht werden.“

„Eins kommt zum andern,“ erwiderte die Heuschrecke. „Sag’ mir einmal ... das Land, aus dem du kommst ... ist das grün?“