„Gott behüte,“ rief die Schwalbe.
Und dann fügte die Heuschrecke hinzu: „Jetzt sterbe ich. In meiner letzten Stunde denke ich an meinen Mann.“
„Das ist hübsch von dir.“
„Ich denke daran, wie fett er war, als er gestorben ist, — falls er nicht immer noch umherhüpft und frißt,“ sagte die Heuschrecke. „Alle Frauenzimmer in der Welt sind in dieser Beziehung einer Meinung: den Männern geht es schändlich gut.“
Damit starb sie.
Ende Mai, als die Schwalbe hoch oben im Norden auf ihren Eiern lag und jeden Tag erwartete, daß ihre Jungen auskriechen würden, da kamen die Heuschreckenkinder aus der Erde hervor.
Sie glichen ihrer Mutter aufs Haar, aber sie waren kleiner und hatten keine Flügel. Und sie glichen allen andern Kindern darin, daß ihr erster Schrei dem Futter galt.
Sie fraßen vom Aufgang bis zum Untergang der Sonne und die Flinksten von ihnen auch während der Nacht. Wenn die Schwalbe jetzt im Gebüsch gesessen hätte, würde sie den Kummer des Heuschreckenweibchens verstanden haben. Denn es war ein gutes Jahr geworden, wie die Mutter prophezeit hatte; und soweit man auch sehen mochte, war nichts anderes vorhanden als fressende Junge.
Niemals wurden sie satt. Sie fraßen und fraßen und spuckten das Gefressene wieder aus; und nach zwei Tagen war kein Grashalm mehr in der Gegend. Die Blätter des kleinen Strauches waren mit daraufgegangen. Er ließ seine nackten Zweige in die Luft ragen, als ob es Winter wäre.