Und kurz vor Sonnenaufgang geschah es.

Wie auf Kommando platzten alle Heuschrecken auf einmal. Aber es war ganz anders als die andern fünf Male, als sie geplatzt waren.

Denn diesmal krochen sie aus der alten Haut als vollerwachsene Heuschrecken mit Flügeln und Violine und allem.

Eine jede hatte vier schöne, klare Flügel, mit denen schlug sie um sich, und sie betrachtete sich und die andern; ihr Vergnügen und ihre Freude wollten kein Ende nehmen. Da war ein Surren, Summen, Schwatzen und Pfeifen ohne Ende. Und sie hüpften und sprangen, flogen ein wenig umher und setzten sich wieder auf die Erde. Wenn sie die Flügel ausbreiteten, so sah es aus, als wären doppelt so viele vorhanden wie vorher.

Als die Sonne aufging und sie beschien, rief eine der Heuschrecken:

„Futter!“

„Futter! Futter! Futter!“ schrien die Millionen.

Es war kein Futter zu sehen, doch das machte nichts; denn jetzt konnten sie ja fliegen. Alle Magen waren leer; so lange war es her, seit sie gefressen hatten. Und nun begannen sie, sich voll Luft zu pumpen, und sie pumpten und pumpten, bis sie richtige Luftballons waren.

Und dann erhoben sie die Flügel.