Sie hatten sich so groß und dick gefressen, daß sie es in ihrer Haut nicht mehr aushielten. Sie platzten der Länge nach, traten aus den alten Häuten heraus und marschierten in den neuen weiter, die darunter saßen. Das war ihre Art zu wachsen, und die ist ja ebensoviel wert wie jede andre. Am Morgen, als sie fort waren, lag das ganze Land voll alter Häute.
Fünfmal platzten sie auf diese Art, und jedesmal wurden sie größer und gefräßiger, und jedesmal erscholl ihr Schrei nach Futter lauter. Und mit immer größerer Geschwindigkeit marschierten sie nach Norden.
Eines Nachts, ein paar Tage darauf, waren sie zum fünften Male geplatzt.
Sie hatten ein Lager oder richtiger tausend Lager aufgeschlagen, denn in der letzten Zeit war das Heer mehr angewachsen als je zuvor. Man konnte glauben, die neuen Scharen hätten auf ihrem Wege auf die andern gewartet, wenn das Warten nicht das einzige gewesen wäre, was die Heuschrecken nicht konnten. Die Sache war die, daß überall ein gutes Heuschreckenjahr war, so wie das Heuschreckenweibchen prophezeit hatte.
Aber in dieser Nacht herrschte viel mehr Unruhe im Lager als gewöhnlich.
Es waren so viele da, daß sie einander beständig im Wege waren. Sie drängten und stießen einander, aber sonderbarerweise schrie niemand wie sonst nach Futter. Es spuckte auch niemand Gras aus. Es war als ob sie mit etwas fertig wären und darauf warteten, daß etwas Neues beginnen würde. Mit großen Augen blickten sie einander an, steckten die Köpfe zusammen und flüsterten.
„Heute nacht geschieht es,“ sagte die eine.
„Heute nacht kommt es,“ sagte die andre.
„Heute nacht ... heute nacht ... heute nacht,“ erbrauste es durch die endlosen, zahllosen Reihen.
Nicht eine einzige von den vielen Millionen war gleichgültig. Alle waren in feierlicher Stimmung und gespannt auf das seltsame, das sie erwarteten.