Ich verstehe das so gut. Karin ist jetzt dreiundvierzig Jahre alt, und wenn sie sechzig wird, ist meine Liebe wahrscheinlich lästig.
Weil dann noch die Eifersucht hinzukommt.
Es ist mir doch noch in dunkler Erinnerung, daß sie niedlich war. —
Und daß ich mein junges Weib im Brautstaat auf das Fleckchen Erde hinstellte, wo ich mich zum ersten Male im Leben glücklich fühlte, und wo sich die ersten grünen Sprossen an der bis dahin siechen Pflanze meiner Künstlerbegabung zeigten, in Laurents Garten in Grèz-par-Nemours Dep. Seine und Marne, das wird Euch sicher verständlich sein.
Dorthin begaben wir uns unmittelbar nach der Hochzeit. Dort, wo ich meine Braut in meinem eignen Reich empfing, war es wie im Märchen. Die alten Männer und Frauen standen die Dorfstraße entlang voller Erwartung an ihren Gartenpforten, und die Pensionäre der beiden Künstlerpensionate mit Bewohnern aus aller Herren Länder gaben ein großes Fest. Essen mit Tanz, Bowlen und Toaste. Spada sang: „Ah che dolore, ah Mama mia ...“ und „der Sarg“ (Coffin war sein englischer Name) röchelte: „John Browns body lays at mouldering in the grave ...“
Aber in der Nacht klang unter unseren Fenstern das schwedische Quartett: „Welche Blitze aus den Augen Brunhildens ...“ und auf mir ruhten Karins dunkle ernste Kuhaugen ...
Gott gab mir mein liebes Weib Karin. Und sie gab mir die kleine Suzanne. — Mein Leben war jetzt ebenso licht und freudig wie der Haarschopf der Kleinen.