Für das Geld kaufte ich mir eine Uhr, und für das, was übrig blieb, fuhr ich nach Hause und verheiratete mich. — —

Karin war schon seit vielen Monaten zu Hause, um die Handtücher zu säumen. Und da wurden wir in den Kirchen aufgeboten — und der Freier kam nicht. Die Frist war fast verstrichen, und es wurde fraglich, ob das Aufgebot nicht wiederholt werden müßte.

Aber endlich kam ich in gewaltigem Staat und herrlicher Pracht, mit goldener Uhr, blauer Weste und ebensolchen Beinkleidern.

Mein Schwiegervater, ein Kaufmann, warf mich heraus, weil er glaubte, ich sei ein Handlungsreisender, und diese Menschensorte war ihm verhaßt; aber ich klammerte mich fest an den Türpfosten und sagte, wer ich sei. Ungern ließ er mich verweilen.

Wenn ich jetzt das Bild dieses jungen einfältigen Mädchens betrachte, ist es mir unbegreiflich, wie ich mich in so eine verlieben konnte.

Aber das kam wohl daher, daß ich damals selbst noch jung und dumm war.

Gewiß hatte sie schon zu jener Zeit ein wenig Lieblichkeit an sich, und im übrigen wählt man seinen Lebenskameraden wohl immer „nach Gefühl“. Aber, wenn ich diese Karin mit jener vergleiche, für die ich jetzt noch, nach fast zwanzigjähriger Ehe schwärmen kann, daß ich fast verrückt werde: Ja dann.

Von Jahr zu Jahr wird es hiermit schlimmer.

Die Altertumsforscher verwundern sich so, wenn sie finden, daß die von den Männern am heißesten geliebten Frauen stets im Alter zwischen vierzig und sechzig Jahren standen.