Tib. Sempronius Gracchus, durch seine Mutter Cornelia Enkel des Siegers von Zama, als Volkstribun den Antrag auf Erneuerung des in Vergessenheit geratenen Licinischen Ackergesetzes (S. 81), doch sollen außer den 500 Morgen für zwei Söhne noch je 250 vom Gemeindeland von den Besitzern behalten und für die auf dem zurückzugebenden Lande ausgeführten Bauten und Anlagen Entschädigungen gezahlt werden. Aus dem dadurch frei gewordenen Gemeindeland sollen unveräußerliche Bauerngüter von je 30 Morgen gebildet und zur Bewirtschaftung gegen einen mäßigen Erbzins an arme Bürger verteilt werden. Nachdem Tib. Gracchus den Volkstribunen M. Octavius, der dagegen beharrlich Einspruch erhebt, durch Volksbeschluß widerrechtlich hat absetzen lassen, wird das Gesetz vom Volke angenommen; mit seiner Ausführung werden beauftragt: Tib. Gracchus, sein Schwiegervater Appius Claudius und sein Bruder C. Gracchus (tresviri agris dandis assignandis).
133.
Tod des Königs Attălos III. von Pergămon, der sein Reich (fortan römische Provinz Asia) und seine Schätze den Römern hinterläßt (S. 66).
Tib. Gracchus beantragt gegen das bestehende Herkommen, wonach der Senat über auswärtige Angelegenheiten entscheidet, beim Volke, den pergamenischen Schatz an die neuen Landbesitzer behufs Anschaffung des nötigen Inventars zu verteilen.
Vorbereitung weiterer volkstümlicher Gesetze (Abkürzung der Dienstzeit, Ausdehnung des Provokationsrechtes u. a.).
Tib. Gracchus will sich entgegen dem bestehenden Gesetz für das folgende Jahr wieder zum Tribunen wählen lassen, wird aber mit 300 seiner Anhänger von den Optimaten unter Führung des P. Cornelius Scipio Nasica auf dem Forum erschlagen. Die Konsuln des folgenden Jahres schreiten gegen die Volkspartei (populares) mit Hinrichtungen und Verbannungen ein, die beschlossene Ackerverteilung aber kommt zur Ausführung.
131.
Der Volkstribun C. Papirius Carbo setzt, um den Einfluß der Optimaten auf die Tributkomitien zu brechen, schriftliche geheime Abstimmung in denselben durch (lex tabellaria), welche für die Wahlen schon seit 139 angeordnet war. Seinen weiteren Vorschlägen tritt P. Cornelius Scipio Aemilianus (Gemahl der Sempronia, Schwester der Gracchen, S. 98), entgegen; auch hemmt er die weitere Tätigkeit der tresviri agris dandis assignandis, indem er bewirkt, daß ihnen die richterliche Entscheidung über streitiges Land entzogen wird.
129.
Am Tage nach einer aufgeregten Verhandlung wird Scipio in seinem Hause tot (ermordet?) gefunden.