Bürgerkampf in der Stadt, veranlaßt durch einen von einem Anhänger des Gracchus verübten Mord. Die Volkspartei besetzt den Aventin, der Senat erteilt dem Konsul L. Opimius durch das Senatus consultum ultimum (S. 99) Vollmacht zu Gewaltmaßregeln. Der Aventin wird von Bewaffneten erstürmt, C. Gracchus und M. Fulvius werden auf der Flucht erschlagen. Gegen 3000 Anhänger des Gracchus werden bei der folgenden Untersuchung verhaftet und getötet.

Herstellung der Senatsherrschaft; die Kolonien (außer Narbo) kommen nicht zur Ausführung. Das verteilte Gemeindeland wird 111 durch Volksbeschluß in zinsfreies Eigentum umgewandelt, kann also von reicheren Bürgern wieder angekauft werden.

§ 7. Marius und Sulla.

Die Behauptung des zu ansehnlicher Ausdehnung gelangten römischen Reiches macht immer wieder Kriege notwendig, deren Führung durch die inneren Parteikämpfe beeinflußt wird.

111–105.

Jugurthinischer Krieg. Jugurtha, Enkel Massinissas, hatte seine Vettern und Miterben Adherbal und Hiempsal aus dem Besitz Numidiens vertrieben und getötet. Der Krieg gegen ihn wird anfangs von bestochenen Anführern nachlässig geführt; ein Sieg des Caecilius Metellus (Numidicus) am Flusse Muthul ist nicht entscheidend. C. Marius, Unterfeldherr des Q. Caecilius Metellus, aus niederem Stande, Sohn eines Bauern aus der Gegend von Arpinum, 107 zum Konsul erwählt, nötigt Jugurtha, zum Könige Bocchus von Mauretanien zu fliehen. Von diesem erlangt der optimatische Quästor L. Cornelius Sulla durch geschickte Unterhandlungen die Auslieferung des Feindes. Jugurtha wird in Rom im Triumph aufgeführt, dann im Gefängnis (Tullianum) getötet. Numidien wird zwischen Bocchus und Jugurthas Halbbruder Gauda, dem letzten noch lebenden Enkel Massinissas, geteilt.

113–101.

Krieg gegen die Cimbern und Teutonen.

Der germanische Stamm der Cimbern, von Norden her aus der Chersonesus Cimbrica (Schleswig und Jütland) auswandernd, dringt in die Alpengegenden ein, schlägt 113 bei Noreja (in Kärnten) den Konsul Cn. Papirius Carbo, wendet sich darauf nach Westen dem Rhein zu, überschreitet diesen Strom und schlägt 109 in Gallien den Konsul M. Junius Silanus. Große Niederlage zweier römischer Heere 105 bei Arausio (Orange) an der Rhone. Schrecken in Rom; die Volkspartei setzt für 104 die Erwählung des Marius zum Konsul durch; er wird auch in den folgenden Jahren wiedergewählt und rüstet sich, während die Cimbern nach Spanien ziehen, in der Provinz Gallia Narbonensis zur Abwehr.

Die Cimbern, nach Gallien zurückgekehrt, vereinigen sich mit dem gleichfalls germanischen Volke der Teutonen und mit helvetischen (keltischen) Stämmen, namentlich den Tigurinern. Einbruch in Italien beschlossen; die Cimbern und Tiguriner ziehen nach Kärnten, um von Norden her die Alpen zu überschreiten; die Teutonen mit den Ambronen, der Kernschar der Cimbern, ziehen durch die römische Provinz an Marius’ Lager vorüber, um die Pässe der Westalpen zu erreichen.