83.

Sulla landet mit etwa 40000 Mann in Brundisium, sichert den Bundesgenossen das volle Bürgerrecht zu, schlägt in mehreren Treffen, unterstützt von dem jungen Cn. Pompeius, der ihm ein Heer von Freiwilligen zuführt, die Heere der Volkspartei.

82.

Sulla nimmt Rom ohne Widerstand ein, schlägt die Samniten, welche noch immer das Bürgerrecht verschmähen, in einer Schlacht am Kollinischen Tor, verhängt über aufständische Städte ein Strafgericht. In Rom verfügt er als Dictator blutige Verfolgung der Marianischen Partei; es werden Proskriptionslisten aufgestellt; die Zahl der Geächteten steigt auf 4700. Ihre Güter werden eingezogen und die Sklaven freigelassen, ihre Kinder von allen Ämtern ausgeschlossen. Nach Beendigung des Bürgerkrieges folgen Landanweisungen an die Veteranen des Heeres; in die besiegten italischen Städte (Faesulae, Praeneste, Pompeii u. a.) werden ganze Kolonien geschickt. Seine Unterfeldherrn besiegen die Marianer in Spanien, Sicilien und Afrika. Pompeius, aus Afrika 81 zurückkehrend, zieht im Triumph in Rom ein und wird von Sulla mit dem Beinamen Magnus begrüßt.

Gesetzgebung Sullas (leges Corneliae) zur Befestigung der Optimatenherrschaft: 1. Der an Zahl sehr zusammengeschmolzene Senat wird durch 300 von den Tributkomitien erwählte Mitglieder ergänzt; für die Zukunft wird der Eintritt in den Senat gesetzlich an die Bekleidung der Quästur geknüpft. Die Zahl der jährlich von den Tributkomitien zu erwählenden Quästoren wird auf 20 erhöht. Das Amt der Censur mit seiner Befugnis, alle fünf Jahre die Senatsliste neu aufzustellen, hört tatsächlich auf. Die von C. Gracchus dem Ritterstande übertragenen Geschwornengerichte werden dem Senat zurückgegeben.

2. Die Komitien behalten das Recht, Gesetze zu bestätigen und Beamte zu wählen; den Priesterkollegien (S. 81) wird das Recht der Selbstergänzung zurückgegeben. Die im J. 88 versuchte Wiederherstellung der Servianischen Stimmordnung wird aufgegeben.

3. Das Recht der Volkstribunen, Gesetzvorschlage an die Komitien zu bringen, wird an die Genehmigung des Senats geknüpft; Mißbrauch ihres Einspruchsrechts wird mit schweren Geldbußen bedroht; wer das Tribunat bekleidet, ist zur Übernahme anderer Ämter unfähig.

4. Die Zahl der stehenden Gerichtshöfe (quaestiones perpetuae, S. 98) wird vermehrt, daran schließt sich die Vermehrung der Prätoren auf 8 und eine umfassende Kriminalgesetzgebung.

81.

Sulla läßt Konsuln wählen, führt aber selbst als Dictator die Regierung weiter. Für das Jahr 80 läßt er sich selbst und seinen Waffengenossen Q. Metellus (Sohn des Numidicus, S. 103) zu Konsuln erwählen, und bahnt so den Übergang zur verfassungsmäßigen Ordnung an.