79.
Sulla legt freiwillig die Dictatur nieder und tritt ins Privatleben zurück († 78).
§ 8. Pompeius und Cäsar.
Die Sullanische Staatsordnung gewinnt keinen festen Bestand, da der Senat auf die Dauer nicht imstande ist, den Ehrgeiz einzelner Machthaber zu zügeln.
Pompeius bekämpft 77–72 in Spanien den Marianer Q. Sertorius, der sich dort eine unabhängige Herrschaft gegründet hat, schließlich aber durch Verschworene ermordet wird. Bei der Rückkehr 71 vernichtet er flüchtige Scharen aufständischer Sklaven, die unter Führung des Thrakers Spartăcus seit 73 Italien stark beunruhigt hatten, aber von M. Licinius Crassus bereits besiegt worden waren (2. Sklavenkrieg, s. S. 100).
70.
Umsturz der Sullanischen Verfassung. Die Konsuln Pompeius und Crassus stellen die von Sulla beschränkte tribunicische Gewalt wieder her. Auf Antrag des Prätors L. Aurelius Cotta werden die Gerichte fortan zu gleichen Teilen aus Senatoren, Rittern und Männern des Bürgerstandes gebildet. Auch werden wieder Censoren erwählt; bei Aufstellung der Senatsliste werden 64 von Sulla ernannte Senatoren ausgestoßen. Der Volksgunst verdankt Pompeius zweimalige Übertragung des Oberbefehls in den damals entstandenen Kriegen.
78–67.
Krieg gegen die Seeräuber. Seit Zerstörung Karthagos war die römische Kriegsflotte vernachlässigt. Erpressungen der Statthalter in Asien trugen dazu bei, daß das Unwesen des Seeraubes den Handelsverkehr auf dem ganzen Mittelmeer gefährdete. Die italischen Küstenstädte von ihnen gebrandschatzt, eine römische Flotte vor Ostia geschlagen. Kreta und Cilicien Hauptsitze der Seeräuber. Nachdem im J. 103 ein Teil Ciliciens zur Provinz gemacht war, besetzt der Prokonsul P. Servilius Vatia 78–75 auch die westlich angrenzenden Landschaften Pamphylien, Pisidien, Isaurien und zerstört viele Seeräuberstädte, Kreta wird nach längeren Kämpfen 67 zur Provinz gemacht (bald mit Cyrenaica vereinigt). Da indes das Piratenunwesen noch fortdauert, so erhält
67.