Pompeius auf Antrag des Volkstribunen A. Gabinius (lex Gabinia) auf drei Jahre den unumschränkten Oberbefehl über das ganze Mittelmeer und über alle Küsten desselben bis 10 Meilen (75 km) landeinwärts; alle Staatskassen, alle Hilfsmittel der Provinzen und der Schutzstaaten werden ihm zur unbedingten Verfügung gestellt. Pompeius säubert mit 120000 Mann und 500 Schiffen in drei Monaten (durch 2 kurze Feldzüge) erst das westliche, dann das östliche Mittelmeer, nimmt viele Seeräuber gefangen und siedelt sie meist landeinwärts an (Pompeiopolis, bisher Soloi, in Cilicien).
74–64.
Dritter Mithradatischer Krieg.
Gegen den König von Pontus hatte der Proprätor L. Licinius Murena 83–81 einen zweiten Krieg geführt, um ihn zu völliger Ausführung des Friedens zu Dardanos zu zwingen. Nach Sullas Tode erhebt sich Mithradates von neuem, verbündet mit seinem Schwiegersohn Tigranes von Armenien, der dem Reiche Syrien (S. 65) ein Ende macht. Mithradates besetzt Bithynien, das König Nikomedes den Römern vermacht hatte (S. 66), wird aber von dem Prokonsul L. Licinius Lucullus 72 bei Kabira geschlagen und aus seinem Reiche vertrieben. Lucullus siegt 69 auch über Tigranes bei Tigranokerta und besetzt die Landschaft Kommagēne am oberen Euphrat, wird aber 68 bei dem Zuge durch die armenischen Berge gegen die Hauptstadt Artaxăta durch Meuterei seiner Soldaten zur Umkehr genötigt. Alle Erfolge gehen verloren; Mithradates kehrt in sein Reich zurück. Lucullus vom Senat zurückgerufen.
66.
Pompeius erhält den Oberbefehl in Asien auf Antrag des Tribunen C. Manilius (Ciceros Rede de imperio Cn. Pompei oder pro lege Manilia). Er schließt ein Bündnis mit den Parthern, besiegt Mithradates in einer nächtlichen Schlacht am Flusse Lykos, verfolgt ihn bis zum Phasis und wendet sich dann nach Armenien. Bei Artaxata unterwirft sich Tigranes; er bleibt König von Armenien, muß aber auf alle Eroberungen verzichten und 6000 Talente Kriegskosten zahlen.
65.
Pompeius kämpft mit den kriegerischen Bergvölkern im Kaukasus, gibt aber die weitere Verfolgung des nach der Taurischen Chersones (Krim) geflüchteten Mithradates auf und zieht nach Pontus, von da nach Syrien.
64–63.
Einrichtung des asiatischen Römerstaates durch Pompeius.