Neue Provinzen: 1. Pontus, bestehend aus Bithynien, der Küste von Paphlagonien und dem westlichen Teil des früheren Reiches des Mithradates. 2. Syria, zunächst nur das Küstenland, vom Meerbusen von Issus bis Damaskus, später bedeutend erweitert. Neugeordnet wird die schon bestehende Provinz Cilicia (mit Pamphylien und Isaurien, S. 107). Die asiatischen Provinzen sind vielfach durchbrochen und umgeben von unabhängigen Stadtgebieten, sowie von fürstlichen und priesterlichen (Pessinūs, Komana) Herrschaften unter römischer Oberhoheit. Von den Vasallenkönigen sind die bedeutendsten der König von Kappadokien und der König Deiotărus von Galatien (S. 66). In Palästina setzt Pompeius nach Einnahme Jerusalems und des Tempels den von seinem Bruder Aristobulos vertriebenen Makkabäer Hyrkanos als Hohenpriester und dem römischen Volke tributpflichtigen Herrscher ein.

63.

Auf die Nachricht, daß Mithradates sich in Pantikapaion infolge des Aufstandes seines Sohnes Pharnăces den Tod gegeben, zieht Pompeius wieder nach Pontus; er bestätigt den Pharnăces im Besitz des bosporanischen Reiches.

61.

Pompeius, nach Italien zurückgekehrt, entläßt in Brundisium sein Heer und kommt als Privatmann nach Rom. Einige Monate später zweitägiger prachtvoller Triumph.

66–63.

Catilinarische Verschwörung.

Bund der Volkspartei mit den Anhängern des verschuldeten Patriziers L. Sergius Catilina, welche durch gewaltsamen Umsturz des Staates und Schuldentilgung (tabulae novae) Besitz und Macht zu erlangen hoffen.

Die erste Verschwörung im J. 66, nach welcher die Konsuln des J. 65 ermordet, darauf Crassus (S. 107) zum Dictator, C. Julius Cäsar[26] zum magister equitum erhoben werden sollen, kommt wegen Unschlüssigkeit einiger Teilnehmer und sonstiger Hindernisse nicht zur Ausführung. Für das Jahr 63 soll die Erwählung des Catilina und des C. Antonius zu Konsuln durchgesetzt werden, aber nur der letztere wird gewählt; sein Amtsgenosse wird der als Redner und Anwalt beliebte, bisher keiner Partei vollständig angehörige M. Tullius Cicero.[27] Dieser sichert dem verschuldeten Antonius durch eigene Verzichtleistung im voraus die einträgliche Statthalterschaft Makedonien zu und macht ihn dadurch den Verschworenen abwendig.

Cicero verhindert während seines Konsulates mehrere Anträge der Volkspartei, namentlich ein weitgehendes Ackergesetz, überwacht die Anschläge der Verschwörung und vereitelt den Versuch Catilinas, bei der Konsulwahl für 62 die Mitbewerber und ihn selbst, den die Wahl leitenden Konsul, zu ermorden. Der Senat, von der Bildung eines aufständischen Heeres unter G. Manlius in Etrurien unterrichtet, erteilt den Konsuln Vollmacht zur Rettung des Staates (S. 99). Catilinas Plan, Cicero in seinem Hause ermorden zu lassen, wird ebenfalls verraten und mißlingt. Cicero enthüllt die Verschwörung in der Senatssitzung am 8. Nov. 63 (erste Catilinarische Rede); Catilina verläßt darauf die Stadt und geht zu dem Heere nach Etrurien. Seine Mitverschworenen, der Prätor Lentulus, Cethegus, Gabinius u. a., lassen sich mit den Gesandten der Allobreger (in der provincia Narbonensis) in Verhandlungen ein; diese werden bei der Abreise von Rom angehalten; auf Grund der bei ihnen gefundenen schriftlichen Beweise wird am 5. Dez. im Senat über die Verschworenen Gericht gehalten. Der Senat beschließt trotz Cäsars Gegenrede, durch Cicero (vierte Catilinarische Rede) und M. Porcius Cato (Urenkel des M. Porcius Cato Censorius) bestimmt, die fünf Verhafteten hinrichten zu lassen; das Urteil wird am Abend des 5. Dez. im Tullinanum vollzogen. Cicero vom Volke als pater patriae begrüßt.