15.
Tiberius und Drusus, die Stiefsöhne des Kaisers, unterwerfen die Alpenvölker und das Gebiet zwischen den Alpen und der Donau; Einrichtung der Provinzen Raetia (Hauptort Augusta Vindelicorum, jetzt Augsburg) und Noricum (Kärnten und Steiermark). Schon einige Jahre früher war von Makedonien aus das untere Donaugebiet Mösien unterworfen worden.
12–9.
Tiberius unterwirft Pannonien (das südwestliche Ungarn). Damit ist die Donaugrenze des Reiches festgestellt; sie wird ebenso wie die Rheingrenze durch Standlager der Legionen, aus denen später Städte geworden sind, beschützt. Standlager am Rhein: Moguntiacum (Mainz), Civitas Ubiorum (später Colonia Agrippinensis, Köln), Castra vetera (Xanten), Standlager an der Donau: Regina castra (Regensburg), Batava castra (Passau), später auch Vindobona (Wien) und Juvavum (Salzburg).
12–9.
Drusus unternimmt vom Rhein aus vier Feldzüge in das innere Germanien, das erstemal zur See, vom lacus Flevo (Zuyder-See) in die Emsmündung hinein, dann zu Lande die Lippe aufwärts (Castell Aliso bei Haltern), dann von Mainz aus gegen die Chatten, zuletzt von Mainz bis zur Elbe. Er stirbt auf dem Rückmarsch infolge eines Sturzes mit dem Pferde.
8–7.
Tiberius, sein Nachfolger im Oberbefehl, bringt einen Teil der germanischen Völkerschaften auf dem rechten Rheinufer zur Anerkennung der römischen Oberhoheit. Er zieht sich dann (6) nach Rhodus zurück und kommt erst 7 Jahre später nach Verbannung seiner Gemahlin Julia wieder nach Rom.
Christus geboren vier oder sechs Jahre vor dem Beginn unserer Zeitrechnung.[29]
Das Christentum, langsam sich ausbreitend im römischen Reiche, entfaltet nach dem Untergange desselben seine weltbezwingende Macht.