nach Chr. 4–5.

Tiberius, in den letzten Jahren der Regierung des Augustus schon beinahe Mitregent, durchzieht von neuem das nördliche Germanien, besiegt die Langobarden an der unteren Elbe. Römische Statthalter verwalten das Gebiet zwischen Rhein und Elbe. Der unter Tiberius’ Anführung schon begonnene Angriff auf das suebische Reich des Marbod (in Böhmen) wird unterbrochen (6–9) durch einen gefährlichen Aufstand der illyrischen und pannonischen Völkerschaften.

9.

Drei römische Legionen unter P. Quinctilius Varus werden im Teutoburger Walde von dem Cheruskerfürsten Arminius vernichtet. Germanien bis zum Rhein befreit, Tiberius aber sichert die Rheingrenze.

14.

Augustus stirbt in Nola im 76. Lebensjahre. Eine von ihm selbst verfaßte Übersicht seiner Taten (Res gestae divi Augusti) ist in einer Tempelinschrift zu Ancyra (Angora) in Galatien erhalten (monumentum Ancyranum).

14–37.

Tiberius (vollständig: Tiberius Claudius Nero), des Augustus Stief- und Adoptivsohn, geb. 42, tüchtiger Herrscher, jedoch hart und argwöhnisch. Das Recht der Beamtenwahlen und die Bestätigung der Gesetze wird von den Komitien auf den Senat übertragen. Die an republikanischen Erinnerungen festhaltende Aristokratie wird in strenger Abhängigkeit gehalten, besonders durch Anklagen de maiestate (die auch schon zur Zeit der Republik vorkamen) bei der kleinsten Beleidigung des Fürsten; Belohnung der Angeber (delatores). Gute Verwaltung in den Provinzen.

14–16.

Drei Feldzüge des Neffen des Tiberius, Drusus Cäsar Germanicus, (von Köln aus) über den Rhein gegen die Germanen, der zweite und dritte mit einer Flottenfahrt in die Emsmündung verbunden. Beim zweiten wird die Stätte der Niederlage des Varus berührt; beim dritten Sieg der Römer auf dem Campus Idisiaviso jenseits der Weser über Arminius, aber keine Unterwerfung des Landes. Die Flotte bei der Rückkehr durch Sturm zerstreut.