Alboin, König der seit etwa 500 in Pannonien ansässigen Langobarden, zerstört mit Hilfe der Avaren, eines den Hunnen verwandten, asiatischen Volkes, welches bis zur Donau vorgedrungen ist, das Reich der Gepiden (566) und führt bald darauf (568) sein Volk nach Italien, vielleicht von Narses, der am byzantinischen Hof in Ungnade gefallen war, herbeigerufen. Pavīa (Ticīnum), erst nach dreijähriger Belagerung erobert, wird Hauptstadt seines Reiches. Unter seinen Nachfolgern werden langobardische Herzogtümer in Friaul, Spoleto, Benevent gegründet. Unter oströmischer Herrschaft bleiben nur Venedig, Ravenna, Neapel, und Kalabrien.

Die Bischöfe von Rom wissen ihrem Gebiete, dem Patrimonium Petri, die Unabhängigkeit zu sichern (später Berufung auf eine Schenkung Konstantins in den um die Mitte des 9. Jahrh. entstandenen, gefälschten pseudo-isidorischen Dekretalen).

589.

Authari (Sohn Klephs), der 3. König des Langobardenreiches, vermählt mit Theodelinde, Tochter des Bayernherzogs Garibald, durch deren Einfluß der Übertritt der Langobarden vom Arianismus zur katholischen Lehre bewirkt wird. Gleichzeitig vollzieht sich dieselbe Umwandlung im spanischen Westgotenreich, welches 585 durch Unterwerfung des Suebenreiches erweitert ist.

590–604.

Gregor I. (der Große), Bischof von Rom, befestigt das Ansehen des Papsttums. (Pápa, d. h. Vater, früher der Name jedes christlichen Bischofs, bald dem Nachfolger Petri ausschließlich beigelegt.) — Sendung von Glaubensboten zu den Angelsachsen nach England (597), der Abt Augustinus begründet das Erzbistum Canterbury. — Ausbreitung der Klöster; Mönchsregel des h. Benedikt von Nursia, der 529 das Mutterkloster des Benediktiner-Ordens auf dem Monte Cassino in Kampanien gründete. Nach dem Untergang des weströmischen Reiches ist die römische Kirche von größter Bedeutung für die Erhaltung und Fortbildung der aus dem Altertum überlieferten Kultur.

§ 2. Frankenreich unter den Merowingern.

(Vgl. S. 143.)

511.

Nach Chlodwigs Tode erste Teilung (doch nicht völlige Gebietstrennung) des Frankenreiches. Seine vier Söhne herrschen gemeinsam, aber mit gesondertem Hofhalt zu Metz, Orléans, Paris, Soissons.