Leo III. verbietet nach abermaliger Abwehr der Araber den Bilderdienst. Dadurch werden langdauernde kirchliche Streitigkeiten veranlaßt; die Parteien der Bilderdiener und Bilderstürmer bekämpfen einander, bis die Kaiserin Irene 787 den Bilderdienst wiederherstellt. Nach ihrem Tode erneuter Streit: Leo V., siegreich gegen die Bulgaren, verbietet 815 den Bilderdienst, wird 820 von Verschwörern ermordet; endlich entscheidet 842 die Kaiserin Theodora zu Gunsten des Bilderdienstes.
§ 4. Mohammed und das Kalifat.
Die Arăber, lange Zeit durch die Natur ihres Landes vom Völkerverkehr ferngehalten, erheben sich unter der Einwirkung einer neuen Religion aus der Stammverfassung zur Gründung einer Reichsmacht. Diese tritt in Kampf gegen das christliche Europa.
Mohammed, geb. 571 zu Mekka, aus dem Stamme Kureïsch, lernt auf Handelsreisen nach Syrien die jüdische und die christliche Religion kennen, zieht sich öfters in die Einsamkeit zurück, tritt dann unter seinem Stamme als Prophet auf. Hauptsatz seiner Lehre, des Islâm: Es ist nur ein Gott (Allah), und Mohammed sein Prophet. Die Gläubigen (Moslemin) sind zu Gebeten, Fasten, Almosen, Wallfahrten verpflichtet; Gerechtigkeit die Haupttugend. Vielweiberei gestattet. Glaube an Vorherbestimmung (Fatalismus), sinnliche Vorstellungen vom Fortleben im Paradiese.
622.
Mohammeds Flucht (Hedschra) von Mekka nach Medina Anfang einer neuen Zeitrechnung bei den Völkern, die den Islam annehmen.
630.
Mohammeds Rückkehr; er reinigt die Káaba, das alte Heiligtum in Mekka, von Götzenbildern. Bald ganz Arabien ihm untertan. Er stirbt 632, sein Grab in Medīna. Seine Nachfolger die Kalifen:
632–634.
Abu Bekr, Schwiegervater des Propheten. Entstehung des 114 Suren umfassenden Koran, der später ergänzt wird durch Aufzeichnung mündlich überlieferter Aussprüche des Propheten (die Sunna). Spaltung der Gläubigen in Sunniten, welche diese anerkennen, und Schiiten, welche sie verwerfen und Ali, den Schwiegersohn Mohammeds, als dessen einzig rechtmäßigen Nachfolger betrachten. (Die Perser z. B. sind Schiiten, die Türken Sunniten.)