Justinian I. läßt durch seinen Minister Tribonianus aus den Gesetzen früherer Kaiser und den Schriften früherer Rechtsgelehrter ein umfassendes Gesetzbuch, Corpus iuris civilis, zusammenstellen. Teile desselben: 1. Institutiones, 2. Pandectae oder Digesta, 3. Codex Justinianeus, 4. Novellae später hinzugefügt.

532.

Nika-Aufstand in Konstantinopel, veranlaßt durch die Parteien der Rennbahn, die sich mit dem Schlachtruf Nika gegen die Regierung erheben, aber bald unter sich uneinig werden. Die Blauen, von Belisars Truppen unterstützt, siegen über die Grünen. Ein großer Teil der Stadt durch Brand zerstört, dann schöner wiederhergestellt. Großartige Prachtbauten, z.B. 25 neue Kirchen, darunter die Sophienkirche.

Kriege gegen die Germanen (s.S. 144); Afrika und Italien für die oströmische Herrschaft wiedergewonnen. Im Osten Bedrängnis durch die Perser, welche in Syrien eindringen. Blüte des Sassanidenreiches (S. 133) unter König Kosru I., die altpersische Masdareligion (S. 17) herrscht dort in neuer Kraft. Die Donaugrenze wird mit Mühe geschützt gegen Einfälle der Bulgaren und slavischen Stämme; zu deren Bekämpfung wird das mongolische Volk der Avaren gewonnen, welches seine Wohnsitze in den Steppen an der Donau und Theiß nimmt, wo früher die Hunnen hausten.

Unter den folgenden Kaisern Verfall des Reiches. Italien geht größtenteils verloren (S. 145); Bulgaren und Serben siedeln sich südlich der Donau an, doch unter Oberhoheit des Reiches.

627.

Heraklios II. besiegt die Perser bei den Ruinen von Ninive, verliert aber bald darauf Syrien und Ägypten durch das erobernde Vordringen der Araber. Der übrige Bestand des Reiches ist gesichert.

668–675.

Unter Kaiser Konstantin IV. Abwehr der wiederholten Angriffe der Araber auf Konstantinopel (das griechische Feuer).

726.