Sultan Mahmud, Herrscher des Gasnavidenreichs, gewinnt die früher von den Samaniden (unter Oberhoheit der Kalifen) beherrschten Gebiete um Buchara und Samarkand, dringt erobernd nach Indien vor. An seinem Hofe zu Gasna (in Afghanistan) der persische Dichter Firdusi und der arabische Philosoph Ibn Sina (Avicenna), Erklärer des Aristoteles.

1058.

Togrulbeg, Sultan der seldschukischen, aus der Bucharei stammenden Türken, befreit den Kalifen von der Übermacht der Bujiden. Er vererbt die Würde des Emir al Omra auf seinen Neffen Alp Arslan und dessen Sohn Malekschah; dieser stellt die Einheit des Kalifenreiches wieder her, entreißt den Fatimiden Syrien, den Gasnaviden Buchara und Samarkand, residiert zu Ispahan.

1092.

Nach Malekschahs Tode Teilung der Seldschukenherrschaft; besondere Sultanate in Iran, Karman (östliches Persien), Aleppo, Damaskus, Iconium. Trotzdem wird der Bestand des Kalifats durch die nun folgenden Angriffe der Christen nicht wesentlich erschüttert.

Bagdad bleibt glänzender Herrschersitz bis zum Eindringen der Mongolen (S. 195).

C. Das Zeitalter der Kreuzzüge. (1096–1270).

§ 1. Die Kreuzzüge.

Veranlassung: Die Wallfahrten der Christen nach dem heiligen Grabe (die Kirche über demselben erbaut von Helĕna, der Mutter Konstantins d. Gr.) werden gestört, seitdem die Fatimiden, und mehr noch seitdem die Seldschuken über Palästina herrschen. Mißhandlungen der Pilger, Hilferufe des bedrängten byzantinischen Reiches; das neu erstarkte Papsttum schenkt ihnen Gehör und ruft mit Benutzung der asketisch angeregten und zugleich kriegerischen Stimmung im Abendlande eine großartige Völkerbewegung hervor.

1095.