Papst Urban II. ruft auf den Kirchenversammlungen zu Piacenza und zu Clermont in der Auvergne die Gläubigen zum Kreuzzug auf; allgemeine Begeisterung. (Gott will es!). Der Eremit Peter von Amiens predigt in Frankreich mit großem Erfolge das Kreuz. Die von ihm und dem Ritter Walter Senzaveir (Habenichts) geführten Scharen gelangen unter großen Verlusten nach Kleinasien und werden dort im Kampfe aufgerieben, andere gehen schon in Ungarn und Bulgarien zugrunde.

1096–1099.

Erster Kreuzzug. Königreich Jerusalem. Anführende Fürsten: Gottfried von Bouillon, Herzog von Nieder-Lothringen; seine Brüder Balduin und Eustachius; Robert, Herzog der Normandie, Sohn Wilhelms des Eroberers; Robert von Flandern; Stephan von Blois; Raimund, Graf von Toulouse; Hugo von Vermandois, Bruder Philipps I., Königs von Frankreich; Boëmund von Tarent, Sohn Robert Guiscards; sein Neffe Tankred. Sie führen über 200000 Krieger, meist Franzosen und Normannen, nach dem Orient. Der Bischof Adhemar von Puy, der in Clermont zuerst sich das Kreuz anheftete, nimmt als päpstlicher Legat am Zuge Teil († 1098).

Die Fürsten ziehen auf verschiedenen Wegen (Gottfried von Bouillon die Donau abwärts, Raimund von Toulouse durch Oberitalien und Dalmatien, die Nordfranzosen und Normannen von Apulien aus zur See) nach Konstantinopel; sie leisten mit Ausnahme Raimunds dem Kaiser Alexius Komnenus den Lehnseid für die zu erobernden Länder und werden auf griechischen Schiffen übergesetzt.

1097.

Nicäa, von den Kreuzfahrern belagert, ergibt sich dem griechischen Kaiser. Sieg der Kreuzfahrer bei Doryläum über den Sultan von Iconium. Balduin trennt sich vom Hauptheere, zieht über den Euphrat und erwirbt sich die Herrschaft in Edessa.

1097–1098. Okt. Juni.

Das Hauptheer belagert lange vergeblich Antiochīa am Orontes, endlich verrät ein armenischer Renegat die Stadt an Boemund von Tarent.

1098.

Kerboga, Emir von Mosul, rückt mit einem ungeheuren Heere heran und belagert in Antiochīa die durch Krankheit und Mangel erschöpften Kreuzfahrer. Siegreicher Ausfall der Christen (die heilige Lanze!), das Heer der Seldschuken wird in die Flucht geschlagen und zerstreut. Lange Rast und Streitigkeiten der Kreuzfahrer in Antiochīa.