1099.

Zug an der Küste entlang nach Jerusalem. Am 7. Juni erblicken die Kreuzfahrer (nur noch 21500 kampffähige Krieger) die heilige Stadt, welche im J. 1098 den Seldschuken durch die Fatimiden wieder entrissen worden war. Nach fünfwöchiger Belagerung.

15. Juli.

Erstürmung Jerusalems. Furchtbares Blutbad, Wallfahrt nach der Kirche des heiligen Grabes.

Das christliche Königreich Jerusalem wird als Lehnsstaat nach französischem Vorbild eingerichtet; kleinere Lehnsstaaten: das Fürstentum Antiochīa, die Grafschaften Edessa und Tripolis. Sammlung der Gesetze in den Assises du royaume de Jérusalem. Zwei Patriarchen, in Jerusalem und in Antiochīa.

Gottfried von Bouillon, Beschützer des heiligen Grabes. Er besiegt den Sultan von Ägypten bei Askalon 1099; † 1100. Sein Bruder Balduin I. nimmt den Königstitel an. Akkon, Tripolis, Beirut, Sidon mit Hilfe der Pisaner und Genuesen erobert, etwas später Tyrus mit Hilfe der Venetianer.

Auf Balduin I. († 1118) folgen Balduin II. († 1131), Fulco von Anjou († 1143), unter dem das Königreich Jerusalem die größte Ausdehnung gewinnt, Balduin III. († 1162), Amalrich († 1173), Balduin IV. († 1184), Balduin V. (unmündig, † 1186), Guido von Lusignan († 1195) s. S. 175.

1147–1149.

Zweiter Kreuzzug. Ohne Erfolg. Veranlassung: Eroberung Edessas durch Imadeddin Zenki, Emir von Mosul (1144), und nochmals durch dessen Sohn Nureddin (1146). Abt Bernhard von Clairvaux predigt das Kreuz.

Konrad III. von Deutschland und Ludwig VII. von Frankreich brechen, jener von Regensburg, dieser etwas später von Metz aus, nach Palästina auf. Sie ziehen nacheinander durch Ungarn nach Kleinasien. Das deutsche Heer dringt bis Doryläum vor, erleidet aber durch Mangel und Kämpfe mit dem Sultan von Iconium schwere Verluste. Die nach Nicäa Entkommenen kehren zum Teil heim; mit den übrigen schließt sich Konrad dem Zuge des französischen Heeres an der Küste entlang an, kehrt aber zur Herstellung seiner Gesundheit nochmals nach Konstantinopel zurück. Ludwig fährt mit dem französischen Adel zu Schiffe nach Antiochīa. Das übrige Heer setzt den Weg zu Lande fort, wobei es durch Hunger und feindliche Angriffe vollends aufgerieben wird. Konrad kommt 1148 zur See nach dem Heiligen Lande und macht zusammen mit den Franzosen einen vergeblichen Angriff auf Damaskus.