1189–1192.

Dritter Kreuzzug. Eroberung von Akkon.

Veranlassung: Saladin, Sohn des Kurden Ejub, Gründer der Dynastie der Ejubiden in Ägypten, erobert Nureddins Reich, schlägt die Christen in der blutigen Schlacht bei Hittin (Tiberias) am See Genezareth, erobert Jerusalem 1187. Die christlichen Einwohner großmütig behandelt, König Guido von Lusignan und viele Ritter geraten in Gefangenschaft.

Kaiser Friedrich I., der als Jüngling am zweiten Kreuzzug teilgenommen hatte, tritt als Greis im Frühjahr 1189 den Zug von Regensburg aus an, zieht durch Ungarn, erzwingt den Durchzug durch das griechische Kaiserreich, bleibt den Winter in Adrianopel, setzt 1190 nach Kleinasien über, erobert Iconium und zieht nach Cilicien; dort ertrinkt er (10. Juni) im Kalykadnus (Saleph). Sein Sohn, Herzog Friedrich von Schwaben, führt einen Teil der Pilger (viele kehren um) über Tarsus, Antiochīa und Tyrus nach Akkon. Er stirbt 1191 während der Belagerung dieser Stadt, welche der frei gewordene König Guido leitet.

Richard Löwenherz, König von England, und Philipp II. Augustus, König von Frankreich, fahren zur See, Richard von Marseille, Philipp von Genua aus nach dem Heiligen Lande (1190); Beteiligung von Genua, Pisa und Venedig. Nach längerem Aufenthalt in Sicilien kommen die beiden Könige vor Akkon an, welches Lusignan schon fast zwei Jahre belagerte. Die Stadt wird nun schnell zur Übergabe gezwungen (Juli 1191).

Philipp, mit Richard entzweit, kehrt nach Frankreich zurück. Heldentaten und Grausamkeiten Richards, der zweimal vor Jerusalem umkehren muß. Waffenstillstand mit Saladin (1192): der Küstenstrich von Joppe bis Akkon wird an die Christen abgetreten, der Besuch der heiligen Orte gestattet. Cypern wird von Richard, der es 1191 erobert hatte, an Guido von Lusignan zu Lehen gegeben, der seine Würde als »König von Jerusalem« an Heinrich von Champagne überläßt.

Richard leidet auf der Rückkehr Schiffbruch bei Aquileja, wird trotz seiner Verkleidung bei Wien erkannt, von Herzog Leopold VI. von Österreich, den er vor Akkon tödlich beleidigt hatte, festgenommen und an Kaiser Heinrich VI. ausgeliefert. Dieser hält ihn in der Feste Trifels (westlich von Landau in der Pfalz) gefangen und gibt ihn erst nach 13 Monaten gegen ein Lösegeld von 100000 Mark Silbers und Lehnshuldigung frei.

1202–1204.

Vierter Kreuzzug.

Lateinisches Kaisertum 1204–1261.