Friedrichs Hauptbestreben ist, das Ansehen des Kaisertums wiederherzustellen. Daher Streit mit den zu mächtigen Republiken gewordenen lombardischen Städten. Sechs Züge nach Italien, bei welchen das deutsche Rittertum seine Kraft entfaltet.

1154–1155.

Erster Zug. Friedrich zerstört einige kleine Orte, die sich ihm widersetzen, und wird in Rom von Hadrian IV. zum Kaiser gekrönt. Tapferer Kampf Heinrichs des Löwen gegen die aufständischen Römer. Arnold von Brescia (Schüler des Scholastikers Abälard), der gegen die weltliche Herrschaft der Geistlichen und den Güterbesitz der Kirche aufgetreten war, wird verurteilt und verbrannt.

Auf dem Rückwege von Rom erstürmt Otto von Wittelsbach den Engpaß im Etschtale bei Verona.

1156.

Heinrich der Löwe erhält auch Bayern zurück. Österreich bleibt im Besitze der Babenberger (S. 162) als ein auch in weiblicher Linie erbliches Herzogtum.

Gegenüber der welfischen Machtstellung in Sachsen und Bayern stützt die kaiserliche Macht sich auf die Stammgüter in Schwaben und auf die von den Saliern ererbten Güter in Franken, außerdem auf bedeutende Reichsgüter in anderen Landschaften, besonders in der Rheingegend. Das »goldene Mainz« Mittelpunkt des Handels und Verkehrs. Die Verwaltung dieser Güter werden Ministerialen übertragen, d. h. den Gehülfen (ministri) der Ritter und freien Herren, die ursprünglich unfrei gewesen waren, dann aber infolge ihrer gehobenen Stellung sich mehr und mehr von ihren hörigen Standesgenossen abhoben und schließlich den freien Rittern gleich geachtet wurden. Kaiserliche Pfalzen zu Hagenau (im Elsaß), Trifels und Kaiserslautern (in der Rheinpfalz), Ingelheim, Gelnhausen, Aachen, Dortmund, Goslar, Tilleda (am Kyffhäuser), Nürnberg u. a. Die Pfalzgrafschaft am Rhein überträgt Friedrich 1156 seinem Halbbruder Konrad, der die Burg Heidelberg gründet.

1156

vermählt Friedrich sich mit Beatrix, der Erbin von Hochburgund.