1198–1215.
Otto IV. von Braunschweig (Sohn Heinrichs des Löwen).
1198–1215.
Thronkrieg zwischen Staufern und Welfen.[35]
Otto IV. von Papst Innocenz III. anerkannt, von seinem durch den Papst gebannten Gegenkönig Philipp besiegt und fast auf Braunschweig beschränkt.
1208.
Philipp wird zu Bamberg ermordet von dem bayrischen Pfalzgrafen Otto von Wittelsbach (Privatrache). Darauf wird Otto IV., der sich mit Philipps junger Tochter verlobt, allgemein anerkannt und von Papst Innocenz III. in Rom 1209 zum Kaiser gekrönt, nachdem er dem päpstlichen Stuhle die Mathildischen Güter (S. 179) überlassen und andere Zugeständnisse gemacht hat. Bald aber gerät er in Streit mit dem Papste, welcher im Verein mit der staufischen Partei in Deutschland gegen ihn 1212 als König aufstellt seinen Mündel Friedrich, Sohn Heinrichs VI. Friedrich verspricht, Sicilien, das die Kurie als ein päpstliches Lehen ansah, nie mit dem Reich zu vereinigen.
1214.
Otto IV., als Bundesgenosse Englands von Philipp II. Augustus von Frankreich bei Bouvines (unweit Lille) besiegt (S. 193), zieht sich in seine Erblande zurück († 1218 auf der Harzburg).
Hohes Ansehen des Papsttums unter Innocenz III. (1198 bis 1216), der als Statthalter Christi auf Erden auch zwischen Frankreich und England (S. 193), in Aragon und Portugal, Ungarn und den skandinavischen Reichen als Schiedsrichter auftritt. Herstellung des Kirchenstaats, Krieg gegen die Ketzer in Südfrankreich (S. 191), Einsetzung der Inquisition auf dem Laterankonzil zu Rom 1215.