Blüte der ritterlichen Dichtkunst in Deutschland: Heinrich von Veldeke, Hartmann von Aue; Wolfram von Eschenbach und Walther von der Vogelweide am Hofe des Landgrafen Hermann von Thüringen († 1217) auf der Wartburg. Schriftliche Aufzeichnung des Nibelungenliedes.
1212(15)–1250.
Friedrich II., zugleich König beider Sicilien, der geistig bedeutendste Fürst des Mittelalters, leidenschaftlich, mehr Italiener als Deutscher (in Sicilien geboren, von seiner italienischen Mutter erzogen), entschiedener Gegner der geistlichen Herrschaft.
Er wird von einem Teile der Fürsten 1212 in Frankfurt zum König gewählt, verleiht 1214 die Pfalzgrafschaft am Rhein (S. 182) dem Herzog Ludwig I. von Bayern, dem Sohne Ottos von Wittelsbach, und bestätigt dem König Waldemar II. von Dänemark den Besitz der Länder jenseits der Elbe und Elde (Holstein und Mecklenburg), welche dieser während des deutschen Thronstreits an sich gerissen hatte.
1215.
Friedrich II. allgemein anerkannt und zu Aachen gekrönt. Er gelobt einen Kreuzzug und verläßt Deutschland 1220, nachdem er die Wahl seines jungen Sohnes Heinrich zum römischen König erreicht hat.
1220.
Kaiserkrönung Friedrichs II. in Rom nach erneutem Versprechen eines Kreuzzugs; darauf ordnet er die Verhältnisse des sicilischen Reiches. In Deutschland Erzbischof Engelbert von Köln Reichsverweser († 1225), dann König Heinrich.
1223.
Waldemar II. von Dänemark wird von dem Grafen Heinrich von Schwerin gefangen genommen und nach Deutschland geführt. Hermann von Salza, Hochmeister des Deutschen Ordens, vermittelt im Auftrage des Kaisers seine Freilassung, die erst 1225 gegen hohes Lösegeld und Verzicht auf die deutschen Gebiete erfolgt.