1373.

Durch den Vertrag zu Fürstenwalde überläßt Otto der Finne (Faule), der letzte bayrische Markgraf von Brandenburg, die Mark gegen ein Jahrgehalt an Karl IV.

Städtebünde.

Die Hanse. Verbindungen deutscher Kaufleute im Auslande, namentlich zu Wisby auf der Insel Gotland und in London schon im 12. Jahrhundert, haben Handelsbündnisse ihrer Heimatstädte zur Folge. 1241 Bündnis zwischen Lübeck und Hamburg. Um 1294 tritt Lübeck an die Spitze eines Bundes von Seestädten an der Nord- und Ostseeküste (von Bremen bis Reval), denen sich zahlreiche norddeutsche Binnenstädte (Köln, Osnabrück, Braunschweig, Magdeburg, Berlin, Thorn, Breslau u. a.) anschließen, später auch die niederländischen Seestädte (Kampen, Deventer u. a.) Zweck des Bundes: Sicherung der Straßen zu Wasser und zu Lande, Erwerbung und Erhaltung von Handelsprivilegien im Auslande. Hansetage meist zu Lübeck gehalten. Auswärtige Niederlassungen (Kontore) zu Brügge, London, Bergen, Nowgorod. In Wisby, Stockholm, Kopenhagen, Malmö, Riga zahlreiche deutsche Kaufleute ansässig. Jährlicher Markt zur Zeit des Heringsfangs an der Küste von Schonen. Einteilung des Bundes in 3 Drittel, im 16. Jahrhundert in 4 Quartiere mit den Vororten Lübeck, Köln, Braunschweig, Danzig.

1361–1362.

Krieg gegen Waldemar IV., König von Dänemark, welcher Wisby eingenommen und geplündert hatte. Die Kriegsflotte der Hanse hat anfangs Erfolge, wird aber vor Helsingborg geschlagen. Ihr Führer, der Lübecker Bürgermeister Johann Wittenborg, wird deshalb angeklagt und in Lübeck hingerichtet.

1367–1370.

Zweiter Krieg; Waldemar IV. flüchtet aus seinem Reiche. Kopenhagen, Helsingör u. a. Städte erobert. Im Frieden zu Stralsund 1370 wird die Küste von Schonen auf 15 Jahre an die Hanse abgetreten; auch verspricht der dänische Reichsrat, den Nachfolger Waldemars nur mit Zustimmung der Städte zu erwählen. Bis ins 16. Jahrhundert behauptet der Hansebund die Handelsherrschaft über Skandinavien, Rußland, England. Da er sich aber nicht an einen starken Staat anlehnte, so zerfiel er, als die nordischen Staaten mehr und mehr erstarkten. Die im Binnenlande gelegenen deutschen Städte wurden durch ihre Landesfürsten teilweise zum Austritt aus der Hanse gezwungen, wie z. B. Berlin durch Kurfürst Friedrich II.

Im Innern zeigt sich in den Hansestädten, in welchen der Großhandel die Gewerbtätigkeit übertrifft, das Festhalten an der aristokratischen Regierung des sich selbst ergänzenden Rats, während in den süddeutschen Städten die nach Zünften geordneten Handwerker bedeutenden Anteil an der meist jährlichen Neuwahl des Rats erhalten. Zunftkämpfe in Ulm 1292, Speier 1327, Straßburg 1332, Regensburg 1334, Augsburg 1368; in Nürnberg behaupten die Patrizier 1349 das Übergewicht, ebenso in Köln 1370, doch siegen dort die Zünfte 1396.

Nicht von gleicher Dauer wie der Hansebund waren die süddeutschen Städtebündnisse, welche die Selbständigkeit der Städte gegen die Fürsten und die Reichsritter sichern sollten: der 1254 geschlossene rheinische Bund (S. 189) öfters von seiten der Städte erneuert; der schwäbische Städtebund, zuerst 1331, dann wiederum 1376 geschlossen, namentlich gegen den Grafen von Württemberg Eberhard den Greiner (d. h. Zänker), auch der Rauschebart genannt.