Erster Zug Karls IV. nach Italien. Während der Abwesenheit der Päpste in Avignon hatte Cola di Rienzi sich zum »Volkstribunen« gemacht und die altrömische Republik wieder aufgerichtet (S. 211). Karl empfängt die Huldigung der lombardischen Städte, verweilt aber in Rom nur einen Tag, um die Kaiserkrone zu empfangen.
1356.
Goldene Bulle,[37] Reichsgrundgesetz, beschlossen auf zwei Reichstagen zu Nürnberg und Metz. Die Kaiserwahl wird endgültig den 7 Kurfürsten übertragen, welche sie schon seit längerer Zeit tatsächlich ausübten;[38] drei geistliche: 1. Erzbischof von Mainz (Erzkanzler für Deutschland), 2. Erzbischof von Trier (Erzkanzler für Burgund), 3. Erzbischof von Köln (Erzkanzler für Italien); vier weltliche: 4. König von Böhmen (Erzschenk), 5. Pfalzgraf bei Rhein (Erztruchseß), 6. Herzog von Sachsen-Wittenberg (Erzmarschall), 7. Markgraf von Brandenburg (Erzkämmerer).
Die Kurfürstentümer, welche im Mannesstamme auf den Erstgeborenen forterben und gewisse Regalien erhalten (Privilegium de non appellando, Münzrecht, Bergwerks- und Salzhoheit, Judenzoll u. a. m.), sollen unteilbar sein. Bestimmungen über den Landfrieden; den Städten wird die Bildung besonderer Städtebündnisse und die Aufnahme von Pfahlbürgern (die in der Stadt nicht ansässig sind) untersagt.
1363.
Österreich erwirbt Tirol durch Vertrag mit Margarete Maultasch.
1365.
Karl IV. reist nach Avignon, um den Papst zur Rückkehr nach Rom zu bewegen, und läßt sich in Arles krönen, um die Oberhoheit über die tatsächlich an Frankreich gekommenen burgundischen Gebiete festzuhalten (S. 196, 198).
1368.
Zweiter Römerzug. Karl IV. führt Papst Urban V. nach Rom, aber bald nach seinem Abzuge kehrt der Papst nach Avignon zurück.