Florenz, seit 1282 mit demokratischer Verfassung (die Priori delle arti bilden die Signoria), öfters durch Parteikämpfe erschüttert, gewinnt allmählich die Herrschaft über die Landschaft Toskana; Pisa erst 1429 unterworfen. Seit 1400 gelangt das Geschlecht der Medici zu hohem Ansehen und fürstlicher Stellung. Johann von Medici, reicher Bankier, Begründer der Macht des Hauses. Sein Sohn Cosĭmo, der Vater des Vaterlandes, († 1464), Beschützer der Künste (Brunelleschi, Ghiberti, Donatello u. a.), Begründer der platonischen Akademie und der mediceischen Bibliothek. Unter dessen Enkel Lorenzo (il Magnifico, † 1492) die glänzendste Zeit für Florenz.
Entfaltung der italienischen Literatur durch die drei florentinischen Dichter Dante Alighieri († 1321), Petrarca († 1374), Boccaccio († 1375). Von Petrarca besonders angeregt entwickelt sich das erneute Studium der Wissenschaft und Poesie des Altertums (Humanismus), gefördert durch griechische Gelehrte, die nach der Eroberung Konstantinopels (S. 218) aus dem byzantinischen Reiche vor den Türken geflohen waren. Hand in Hand damit geht der Aufschwung der bildenden Kunst (Renaissance) zuerst in Florenz, dann in Rom (Peterskirche).
Der Kirchenstaat, in der Langobardenzeit begründet, durch die von Karl d. Gr. bestätigte Schenkung Pippins (s. S. 150) und andere Erwerbungen erweitert, seit Innocenz III. vom deutschen Reiche völlig unabhängig. Zerrüttung durch Adelskämpfe (die Orsini und Colonna), während die Päpste in Avignon residieren (1309–1376). Cola di Rienzi tritt 1347 als Volkstribun auf, wird vertrieben, kehrt 1354 als päpstlicher Senator zurück, wird aber durch Volksaufstand getötet (S. 199). Herstellung der Einheit der Kirche durch das Konzil zu Konstanz (S. 203f.), des Kirchenstaats erst durch Papst Nikolaus V. (1447 bis 1455), der als Freund der Wissenschaften die vatikanische Bibliothek begründet.
In Neapel Haus Anjou bis 1435. Sicilien 1282–1295 mit Aragon verbunden (S. 190), dann unter einer Nebenlinie des aragonischen Hauses, seit 1409 wieder bei Aragon, dessen König Alfons V. 1435–1442 auch Neapel erobert. Glänzende Hofhaltung, Pflege des Humanismus (Laurentius Valla). Nach Alfons’ Tode (1458) kommt Neapel ohne Sicilien an seinen natürlichen Sohn Ferdinand I. und dessen Nachkommen; in Sicilien aragonische Dynastie bis 1504. Von 1504–1713 Neapel und Sicilien bei Spanien (S. 235).
§ 4. England.
1272–1307.
Eduard I., Sohn Heinrichs III. (S. 193), unterwirft Wales vollständig (Prinz von Wales, Titel seines ältesten Sohnes und fortan jedes Thronerben), mischt sich als Lehnsherr in die schottischen Thronstreitigkeiten, beruft Vertreter der Grafschaften und Städte zum Parlament; Anfang des Unterhauses.
1307–1327.
Eduard II., von den Schotten geschlagen, muß Robert Bruce als schottischen König anerkennen. Er wird auf Anstiften der Königin und ihres Günstlings Mortimer vom Parlament abgesetzt und später auf grausame Weise ermordet. Ihm folgt der tatkräftige
1327–1377.