Eduard V., Sohn Eduards IV., mit seinem jungen Bruder Richard im Tower erstickt auf Befehl seines Oheims, des grausamen Richard von Gloucester (spr. Gloster), welcher den Thron besteigt als
1483–1485.
Richard III. Er wird bei Bosworth 1485 besiegt von einem Sprößling des Hauses Lancaster, Heinrich Tudor, Grafen von Richmond, welcher durch seine Heirat mit Elisabeth von York, Tochter Eduards IV., die Ansprüche beider Häuser vereinigt. Nach Beendigung der blutigen Adelskriege erstarkt das Königtum unter dem Hause Tudor (1485–1603).
§ 5. Die Pyrenäische Halbinsel.
Den vier christlichen Königreichen steht noch immer das durch Ackerbau und Kunstfleiß blühende arabische (maurische) Königreich Granāda gegenüber (S. 194).
Navarra, 1285–1329 mit Frankreich vereinigt (s. S. 207), 1425–1431 mit Aragon, bleibt ein unbedeutendes Grenzland.
König Pedro III. von Aragon (S. 190) unterstützt die Sicilianische Vesper, gewährt 1283, um die Kriegskosten zu bestreiten, den Reichsständen (Cortes) große Rechte durch das Privilegium von Saragossa. Pedro IV. erhöht 1348 die Macht des Königtums und erobert die Balearen, bewilligt aber die Einsetzung eines Oberrichters (Justicia), der Streitigkeiten zwischen König und Reichsständen zu entscheiden hat.
Alfons XI. von Kastilien besiegt 1340 die Araber, bringt aber den Krieg nicht zu Ende. Zwiespalt unter seinen Söhnen Pedro dem Grausamen und Heinrich von Trastamara; letzterer findet bei Aragon Hilfe und vertreibt mit französischen Söldnern den Gegner. Pedro wird 1367 durch einen Kriegszug des Schwarzen Prinzen (S. 208) zurückgeführt, aber nach Erneuerung des Kampfes 1369 besiegt und getötet. Heinrich herrscht darauf bis 1379 in Freundschaft mit Frankreich. Sein Sohn Johann I. versucht vergebens 1385 Portugal zu erobern. Unter Johann II. tritt der Connétable Alvaro de Luna der großen Macht des Adels entgegen, wird aber 1453 gestürzt. Johanns Tochter Isabella vermählt sich 1469 mit Ferdinand, dem Thronfolger von Aragon, wird 1474 Königin von Kastilien.
1479–1516.
Ferdinand II., der Katholische, von Aragon. Vereinigung der beiden Reiche Kastilien und Aragon, doch regiert Isabella in Kastilien selbständig. Die Großmeisterwürde der drei Ritterorden (S. 194) wird mit der Krone vereinigt, die Willkür des Adels durch Erneuerung des Friedensbundes der Städte (Hermandad) eingeschränkt. Mit päpstlicher Genehmigung Erneuerung der Inquisition (S. 186) zur Verfolgung der Ketzer, besonders gegen die Moriscos (Nachkommen der Mauren, span. Moros) und Juden gerichtet. Der Dominikaner Torquemada 1483 zum Großinquisitor ernannt; Tausende zum Feuertode verurteilt (Autos da fé).