1492.

Eroberung von Granada; der letzte König Abdallah (Boabdil) zieht sich nach Afrika zurück.

Portugal im Aufblühen unter der unecht burgundischen Dynastie seit 1385. Unter König Johann I. wird Ceuta erobert 1415; sein Sohn Heinrich der Seefahrer fördert die Entdeckungsfahrten längs der afrikanischen Küste. 1455 wird Cap Verde erreicht, 1482 die Kongomündung: an dieser Fahrt nahm der um die Nautik und Geographie (sein Globus in Nürnberg) sehr verdiente Nürnberger Kaufmann Martin Behaim teil, Freund des Columbus und Magelhães, († 1506 in Lissabon). 1487 umfährt Bartolomeo Diaz das Cabo tormentoso, von König Johann II. Cabo de boã esperanza (Kap der guten Hoffnung) genannt.

§ 6. Der Norden und Osten.

Dänemark, seit Knud dem Großen (S. 170) ein christliches Reich, entfaltet seine Seemacht unter Waldemar I., der 1168 Rügen erobert, und Waldemar II., dem Sieger, der 1219 Estland gewinnt, auch bis 1227 über Holstein und den angrenzenden Teil von Mecklenburg herrscht (S. 187). Dann folgen schwächere Könige; erst Waldemar IV. beseitigt die innere Zerrüttung. Er überläßt 1346 Estland dem Deutschen Orden, gewinnt 1360 von Schweden die Landschaft Schonen zurück, muß dann vor der Seemacht der deutschen Hanse weichen (S. 201).

Margareta, Tochter Waldemars IV., Gemahlin Hakons VI. von Norwegen, regiert seit 1375 in Dänemark für ihren unmündigen Sohn Olaf († 1387), nach Hakons Tode 1380 auch in Norwegen, wird 1388 von einem Teil des schwedischen Adels zur Regentin Schwedens erwählt. Sie besiegt ihren Gegner Albrecht von Mecklenburg (seit 1364 König von Schweden), dessen Anhänger sich mit Hilfe der seeräuberischen Vitalienbrüder noch einige Jahre in Stockholm behaupten, bis die deutsche Hanse dagegen einschreitet.

1397.

Kalmarische Union. Die Stände der drei Reiche beschließen zu Kalmar die Vereinigung unter einem gemeinsamen Wahlkönigtum. Margareta regiert mit hohem Ansehen, † 1412.

1409–1435.

Krieg um Schleswig. Dieses Herzogtum, schon seit 1326 nach der sogen. Waldemarschen Konstitution, nach der es nie wieder mit Reich und Krone von Dänemark vereinigt werden sollte, größtenteils im erblichen Besitz der deutschen Grafen von Holstein (aus dem Hause Schauenburg, S. 179), 1386 von Margareta dem Grafen Gerhard VI. zu Lehen gegeben, wird von seinen Söhnen mit Hilfe der Hanse behauptet gegen Margaretas Nachfolger Erich VII.