1536–1538.
Dritter Krieg zwischen Karl V. und Franz I., letzterer erneuert seine Ansprüche auf Mailand nach dem Tode des Herzogs Franz Sforza. Er verbündet sich mit Soliman II., der Ungarn bedrängt und durch seine Flotte die Küste Italiens plündern läßt.
1538.
Waffenstillstand zu Nizza auf Grund des Besitzstandes. Darauf reist Karl V., um einen Aufruhr in seiner Geburtsstadt Gent zu bekämpfen, durch Frankreich, wo er von Franz I. ausgezeichnet empfangen wird.
Einführung der Reformation im Herzogtum Sachsen (Herzog Georg † 1539), im Kurfürstentum Brandenburg (1539), im Herzogtum Mecklenburg (1540).
1540.
Der Jesuiten-Orden, von dem Spanier Ignatius von Loyōla 1534 gestiftet zur Ausbreitung der katholischen Lehre, wird von Papst Paul III. bestätigt.
1541.
Reformation in Genf durch Johann Calvin. Jean Cauvin aus Noyon in der Picardie, geb. 1509, tritt 1532 in Paris als Reformator auf, findet Schutz bei Margarete von Navarra, Schwester Franz’ I. (S. 236). Aus Frankreich 1534 vertrieben, lebt Calvin abwechselnd in Basel, Genf, Straßburg, von 1541 bis zu seinem Tode 1564 in Genf. Die Anhänger Zwinglis schließen sich ihm allmählich an. Calvinische Kirchenverfassung: Die Gemeinde von den erwählten Geistlichen und Ältesten (Presbyterium) regiert, mehrere Gemeinden durch die Synode; strenge Kirchenzucht. Der Arzt Servet 1553 als Irrlehrer (De trinitatis erroribus) verbrannt.
1541.