776.
Erste Olympiade,
Beginn einer gemeinsamen griechischen Zeitrechnung, die sich an die alle 4 Jahre dem höchsten Gotte Zeus zu Ehren in Olympia gefeierten Spiele knüpfte. In Elis, am Flusse Alpheios, lag der ummauerte heilige Bezirk, die Altis, mit Altar und Tempel des Zeus, Säulenhallen und Schatzhäusern, wo die Weihgeschenke aufgestellt wurden.[12] Die Spiele fanden außerhalb der Altis statt im Stadion (Springen, Laufen, Diskoswerfen, Speerwerfen, Ringen) und im Hippodrom (Wettfahren der Viergespanne). Den Siegern wurden Kränze von Ölzweigen zuteil; Dichter verherrlichten sie im Liede. Unter dem Schutze Spartas gewannen die Olympischen Spiele große Bedeutung für die Erhaltung des Nationalbewußtseins unter dem politisch sehr zersplitterten Griechenvolke.
Ähnliche Spiele, doch vermehrt durch musische Wettkämpfe der Sänger und Zitherspieler, wurden seit 586 bei Delphi dem Apollon zu Ehren gefeiert, in jedem dritten Olympiadenjahr (Pythische Spiele). Das Orakel zu Delphi, oft befragt bei wichtigen Unternehmungen, z.B. Gründungen von Kolonien, Kriegszügen, stand unter dem Schutze der delphischen Amphiktyonie (Umwohnerschaft), zu welcher die Phokier, Lokrer, Böoter, Thessaler u. a. gehörten.
Dem Poseidon zu Ehren wurden auf dem Isthmos, dem Zeus zu Ehren zu Nemea in Argolis alle zwei Jahre Spiele gefeiert. Die Wettkämpfe stählten die Volkskraft und weckten den Sinn für freie Entwickelung der Persönlichkeit.
Die Hellenen, ihrer körperlichen und geistigen Überlegenheit über die Barbaren sich bewußt, breiten sich, Städte gründend, weit über die Grenzen des Mutterlandes aus. Die Ansiedlungen an den Küsten des Ägäischen Meeres genügen nicht mehr, Milet allein sendet gegen 80 Kolonien aus.
750–550.
Ionische, dorische, achäische Kolonien
an den pontischen Küsten und im westlichen Teile des Mittelmeers.
Ionier von Milet gründen Abȳdos und Lampsăkos am Hellespont, Kyzĭkos an der Propontis, Sinōpe und Trapĕzūs an der Südküste des Schwarzen Meeres, Olbia, Istros, Odessos an der Westecke, Pantikapaion und Theodosia auf der Krim (Chersonēsus Taurica), Tanais am Asowschen Meer (Palus Mäotis), Phasis und Dioskurias an der Ostküste des Schwarzen Meeres. Zu Naukrătis in Ägypten gemeinsame Kolonie der kleinasiatischen Griechen.