Wiederherstellung des Geisteslebens in Deutschland nach der Zerrüttung des Dreißigjährigen Krieges:
Paul Gerhard († 1676), Ph. J. Spener († 1705), A.H. Franke (gründet 1698 das Waisenhaus in Halle). Der Philosoph, Mathematiker und Geschichtsforscher G.W. Leibniz (geb. 1646 zu Leipzig, 1676 in Hannover, 1700 in Berlin, † 1716 in Hannover). Chr. Thomasius in Halle († 1728) hält zuerst deutsche Vorlesungen, bekämpft die Hexenprozesse und die Anwendung der Folter.
§ 3. Der Norden und Osten.
Schweden, durch den Besitz bedeutender Nebenländer (S. 256, 260) fast rund um die Ostsee ausgedehnt, ist seit dem Dreißigjährigen Kriege die erste Macht des Nordens.
1654–1718.
Haus Pfalz-Zweibrücken (s. S. 250).
1655–1660.
Schwedisch-Polnischer Krieg.
Karl X. Gustav (1654–1660) beginnt Krieg mit Polen, weil Johann Kasimir (aus der katholischen Linie des Hauses Wasa) ihn ebenso wenig anerkennen will, wie früher Sigismund III. Gustav Adolf (S. 250). Er dringt von Pommern her in Polen ein, nimmt Warschau und Krakau; Johann Kasimir flüchtet nach Schlesien. Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg sieht sich genötigt, im Vertrage zu Königsberg 1656 sein Herzogtum Preußen von Schweden, wie bisher von Polen (S. 229), zu Lehen zu nehmen; dazu erhält er das Bistum Ermeland. In Polen Aufstand gegen die Schweden. Karl Gustav und Friedrich Wilhelm gewinnen die dreitägige
1656 (Juli).