Schlacht bei Pultāwa, welche Schwedens Übermacht mit einem Schlage vernichtet. Das schwedische Heer völlig aufgelöst und größtenteils gefangen. Karl flüchtet zu den Türken.
1709–1714.
Karl XII. in der Türkei (Lager bei Bendēr), sucht die Pforte zum Kriege gegen Rußland zu bewegen. Dies gelingt endlich 1711. Peter, verbündet mit dem Fürsten der Moldau, geht über den Dnjestr, wird am Pruth eingeschlossen, erkauft von den Türken durch Bestechung des Großwesirs (auf Rat seiner Gemahlin Katharina) den
1711.
Frieden am Pruth: 1. Asow an die Pforte zurückgegeben (S. 266) 2. Dem Könige von Schweden freie Rückkehr in seine Staaten zugesichert.
Karl XII., über diesen Frieden entrüstet, verweigert starrsinnig die Abreise, wird 1713 von den Türken in seinem Lager bei Bender gefangen genommen und nach Demotika (bei Adrianopel) gebracht. Währenddessen nutzen seine Feinde die Zeit aus. August II. vertreibt den König Stanislaus aus Polen; die Dänen suchen (allerdings vergeblich) die südlichen Provinzen Schwedens zu erobern. Peter der Große nimmt Livland, Estland, Ingermanland, Karelien, Finnland vollständig in Besitz.
Im Haager Konzert (1710) war, um den Krieg von Deutschlands Grenzen fern zu halten, die Neutralität aller deutsch-schwedischen Provinzen, sowie Schleswigs und Jütlands festgesetzt worden. Da aber Karl XII. gegen diesen Vertrag von der Türkei aus protestiert, so nehmen die Dänen dem Herzog von Holstein-Gottorp Schleswig weg und erobern die seit 1648 (S. 260) schwedischen Herzogtümer Bremen und Verden (1712), welche dann gegen eine Geldzahlung dem Kurfürsten von Hannover überlassen werden.
1712. Dez.
Der schwedische General Stenbock besiegt die Dänen bei Gadebusch (in Mecklenburg), rückt dann nach Holstein vor, verbrennt Altona, wird aber (Febr. 1713) von Dänen und Russen bei Tönning a. d. Eider gefangen.
1713.