708.

Die aus Sparta infolge von Zwistigkeiten auswandernden Parthenier gründen Tarent. Seitdem Auswanderung in Sparta verboten. Um diese Zeit Beschränkung des spartanischen Königtums durch die vergrößerte Macht der Ephoren, welche fortan jährlich von der Spartiatengemeinde erwählt werden.

Um 640.

Zweiter Messenischer Krieg. Aristomĕnes Held der Messenier; 11 Jahre lang wird die Feste Eira verteidigt. Der athenische (?) Sänger Tyrtaios begeistert die Spartaner durch seine Marschlieder. Nach dem Fall von Eira flüchten viele Messenier nach Unteritalien (Rhegion); die nicht auswandernden werden Heloten. Von Rhegion aus besetzen später (um 500) Nachkommen der Ausgewanderten die Stadt Zankle auf Sicilien, die dann den Namen Messana erhält.

Um 600.

Aufschwung Korinths unter dem Tyrannen Periander, dem Sohne des Kypsĕlos, der um 650 die Adelsherrschaft der Bakchiaden gestürzt hat. Entfaltung der Seemacht; Korinth wird erste Handelsstadt Griechenlands. Zu der älteren korinthischen Kolonie auf Kerkyra kommen unter Kypselos hinzu Leukas und Ambrakia, unter Periander Epidamnos und Apollonia an der illyrischen Küste, Poteidaia auf der Halbinsel Chalkidĭke. Perianders Neffe Psammetich wird 582 gestürzt, die Aristokratie hergestellt.

In Megăra um 630 Tyrannis des Theagĕnes, nach dessen Sturz Parteikämpfe (der Dichter Theognis um 540), endlich siegt die Aristokratie.

In Sikyon um 600 Tyrannis des Kleisthĕnes, welcher die Genossen der delphischen Amphiktyonie zum ersten heiligen Kriege gegen die phokischen Städte Krisa und Kirrha (Hafenstadt) vereinigt. Beide Städte zerstört, ihr Gebiet dem pythischen Apollon geweiht. Nach Kleisthenes’ Tode wird die Aristokratie hergestellt.

Auch in Milet, Ephesos u. a. Koloniestädten herrschen um dieselbe Zeit vorübergehend Tyrannen, in Mytilene auf Lesbos waltet um 600 der weise Pittăkos als Äsymnet. Vergl. S. 37.

Um 550.